Wohnhaus
Krefelder Straße 17 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3266 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Krefelder Straße 17, 50670 Köln |
| Baujahr | um 1904 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.10.1985 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Haus Krefelder Straße 17 liegt im nördlichen Teil dieses Bereichs, dem sog. "Dreikönigen-" oder "Agnesviertel", das seit den 1890er Jahren bebaut wurde. Durch die schon 1888 bis 1890 hier entstande Hauptfeuerwache mit später angegliedertem Stadtfuhrpark an der Melchiorstraße ist der Bereich schon früh als ein einfaches Wohnviertel angesehen worden. Die Charakteristika des einheitlichen Planungskonzepts lassen sich jedoch auch hier einfach festmachen. Die fast geradlinig verlaufende Krefelderstraße stößt auf den Hansaring und wird in ihrem Verlauf durch zwei sternförmige Platzanlagen aufgelockert. Der südliche dieser Plätze wird durch die Kreuzung der Maybach-/Krefelder/Lübecker Straße gebildet, wobei die Lübecker Straße axial vom Eigelsteintorplatz auf die Krefelder Straße ausläuft. An genau diesem städtebaulich markanten Punkt liegt das Haus Krefelder Straße 17. Die Lübecker Straße schafft also über den Hansaring hinweg eine Sichtbeziehung zwischen Eigelsteintor und Krefelder Straße 17.
Aus diesem Grunde kommt der Fassade des um 1904 gebauten Hauses eine städtebaulich hervorragende Stellung zu. Es handelt sich um eine reich verzierte Jugendstilfassade aus Stuck, bestehend aus fünf Geschossen und drei vertikalen Achsen. Die mittlere Achse bildet einen sich über das zweite, dritte und vierte Geschoß hinziehenden Erker mit Eckrustizierung und schmalen seitlichen Fenstern, der in Höhe des fünften Geschosses von einem Balkon abgeschlossen wird. Über dem in späterer Zeit veränderten EG erhebt sich das mit breiten Rustikabändern gestaltete zweite Geschoß. Die Fensterbrüstungen sind mit geometrischen Mustern gestalterisch hervorgehoben und ziehen sich in ihrer Breite als horizontaler Fries über die Fassade hinweg. Das gleiche Motiv trennt das zweite vom dritten Geschoß, mit dem Unterschied, daß die Brüstungsfelder an dieser Stelle mit Jugendstilornamenten dekoriert sind. Von hier beginnt die Auflösung der Trennung, die mehr und mehr ineinander übergehen. Der angelegte Erkergiebel mit Blumenschmuck durchstößt die Geschoßtrennung und ist schon Bestandteil des vierten Erkergeschoses, dessen Fenster weiter hochgerückt sind, so als würden sie dem Druck des Blendgiebels nachgeben; ein Gesims zeigt sich hier nur noch über den seitlichen Fenstern. Vom vierten zum fünften Geschoß fehlt das Gesims ganz, die Erkerarchitektur wird als Balkon ins fünfte Geschoß fortgeführt. Das fünfte Geschoß ist durch abweichende, organisch abgerundete Fensterformen, typische vertikale Jugendstilornamentik und einem großen dreigeteilten Mittelfenster gesondert hervorgehoben. Über dem weit vorspringeden Traufgesims befinden sich drei vorgebaute Dachgaubenfenster, von denen das mittlere überdacht ist. Die Brüstungsarchitektur ist nur an der einen Achse und am Erker erhalten.
Die innere Eingangssituation wird bestimmt von einem Hausflur mit originalen quadratischen Bodenkacheln, die von einem umlaufenden Ornamentband eingefaßt und zur Seite hin dunkel eingesetzt sind. Die Überleitung von hier zum Treppenhaus geschieht durch einen Stützbogen mit eigenem rechteckigen Kachelfeld im Boden. Das Treppenhaus ist ebenfalls mit Bodenfliesen ausgelegt; von hier aus führt eine steinerne Treppe in die oberen Geschosse. Das Haus Krefelder Straße 17 steht in unmittelbarem Bezug zur weiteren Nachbarschaft. Obwohl es zunächst aufgrund der Kriegszerstörungen vereinzelt dasteht, so wurde es doch wegen seiner städtebaulich markanten Lage maßstabgebend für den Neubau der Nachbarhäuser nach dem Krieg.
In der weiteren Nachbarschaft des Gebäudes findet sich allerdings weitere Altbausustanz, die eine Rekonstruktion des Straßenbilds im Vorkriegszustand möglich machen. Das Haus Krefelder Straße 25, um 1910 gebaut, greift bewußt die Gliederung des Hauses Nr. 17 auf, wie auch die Häsuer Nr. 29 bis 37, die, nur um weniges später als Nr. 17, die gleiche 3achsige Form mit Mittelerker und typischer Jugendstilornamentik aufweisen. Die Fassadengestaltung der Krefelder Straße 17 basiert wahrscheinlich auf der etwas früheren Bebauung der gegenüberliegenden Straßenseite, von der die Fassaden der Häuser Nr. 26 und 28 einen deutlich sichtbaren formalen Bezug zu Haus Nr. 17 zeigen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0