Wohn- u. Geschäftshaus

Ritterstraße 50 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3522
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Ritterstraße 50, 50668 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.03.1986
Stadtteil Altstadt/Nord

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Gebäude wurde um 1890 als 4-geschossige, 4-achsiges Wohn- und Geschäftshaus errichtet.

Im Zuge der seit 1881 von Hermann-Joseph Stübben durchgeführten Stadterweiterung von Köln entstand das o. g. Gebäude in der Ritterstraße.

Von baukünstlerischer Bedeutung ist die 4geschossige Fassade, deren Erdgeschoßzone durch ein kräftiges Stockwerkgesims von den darüber liegenden Geschossen getrennt ist. In ähnlicher Weise trennt das Dachgesims das dritte Obergeschoß von dem Dachgeschoß. Die Gestaltung der Erdgeschoßzone mit einem leicht aus der Mitte gerückten Haupteingang, mit einem einfachen, an der Seite befindlichen Eingang und zwei großen Schaufenstern zeigt die geschäftliche Nutzung an. Die senkrechten Mauerflächen sind mit flächigen Stuckmustern geschmückt. Die Fassade, die als konstruktiver Teil des Gebäudes, dessen Geschoßgliederung, -höhe und Proportion verdeutlicht, ist eine Backsteinfassade, die einen Hintergrund für die aufwendigen, vielfach verzierten Fensterrahmen und -giebel aus Stuck abgibt. Die beiden mittleren Fensterrahmen des ersten, zweiten und dritten Obergeschosses sind risalitartig hervorgehoben und betonen durch ihren verhältnismäßig geringen Abstand zueinander die senkrechte Mittelachse des Hauses. Dieser senkrechten Gliederungsweise wirken waagerecht verlaufende Stuckbänder entgegen, welche von Hauskante bis Hauskante reichen, die Fenster miteinander verbinden und somit die Fensterzonen zum optisch entscheidenden Gestaltungsmittel der Fassade werden lassen. Auffällig sind die Stuckrahmen und Bekrönungen der Fenster. Im ersten Obergeschoß werden die Fenster durch segmentbogenförmige oder dreieckige Giebel überhöht, über den Fenstern des zweiten Obergeschosses sind halbrunde Muschelformen angebracht, die durch Stuckrahmungen eingeschlossen sind, die ihrerseits wiederum im Scheitelpunkt durch Konsolen geschmückt werden, als Zierde der Fenster des dritten Obergeschosses dienen antik anmutende Frauenköpfe. Das Dachgeschoß besteht aus drei Fensterhäuschen die innerhalb der Fensterachsen der Obergeschosse liegen. Das mittlere Fensterhäuschen ist größer und reicher gestaltet als die beiden anderen. Es ist zu einem kleinen, doppelstöckigen Giebel ausgearbeitet worden, der die Mittelsenkrechte des Gebäudes auch im Bereich des Daches hervorhebt. Die Hinterhoffassade ist ebenfalls 4geschossig, und 4achsig, besitzt jedoch keinerlei schmückende Teile aus Stuck.

Im Innern des Hauses sind Treppengeländer und Antrittspfosten aus Holz original; die Wände des Eingangsflurs sind halbhoch durch Fliesen verkleidet. Original sind die hölzernen Türchen der Briefkästen im Eingangsflur.

Städtebaulich bedeutsam ist das Gebäude aufgrund seiner Zugehörigkeit zu der planvoll zusammenhängenden Reihenhausgruppe der Ritterstraße 42 bis 52, der auf der anderen Straßenseite die Ostfront des denkmalwerten Hansagymnasiums gegenüberliegt. Hier können sich die Bürgerinnen und Bürger von Köln über die Bauziele am Ende des 19. Jh. und über die bauliche Verwirklichung der für Köln so wichtigen Stadterweiterung gleichsam mit einem Blick Klarheit verschaffen.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0