Wohnhaus
Hansaring 77 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3597 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Hansaring 77, 50670 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.05.1986 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Neustadt, da es aus der Zeit der Erstbebauung dieses Stadtteils stammt. Die Kölner Neustadt wurde ab 1881 nach der Niederlegung der mittelalterlichen Umwallungen von Stadtbaumeister Stübben geplant und in wenigen Jahren bebaut.
Das um 1890 erbaute, 4geschossige Gebäude mit Souterrain ist ein Rest der ehem. sehr repräsentativen Erstbebauung des Hansarings. Die reich verzierte Stuckfassade ist im Stil der gründerzeitlichen Renaissance gehalten, die sich hier auf französische Stilelemente stützte. Während in Hochparterre und Souterrain fünf Achsen erkennbar sind, umfaßt in den Geschossen darüber ein reich verzierteer Erker eine Doppelachse. Eine leichte Verkröpfung im kraftvollen Kranzgesims deutet eine Teilung der Fassadenbreite im Goldenen Schnitt an. Der untere Teil der Fassade ist stark rustiziert, erstes und zweites Obergeschoß weisen ebenfalls eine horizontale Fugeneinteilung auf. Die geschmückten Flügelrahmen der originalen Holzfenster blieben erhalten. Neu ist die Buntverglasung in den Oberlichtern des Hauseingangs sowie die Hauseingangstür selbst.
Im Innern zeigt der repräsentative Hauseingang noch die originale Eingangstreppe zum Hochparterre in weißem Marmor und schmiedeeisernem Geländer, der stuckierte Fries im oberen Teil der Wand bleib ebenso erhalten wie die Stuckdecken im Treppenhaus und in den Wohnungen. Originale Wohnungs- und Zimmertüren. Bunte Ornamentfliesen befinden sich in der Eingangshalle und auf den Treppenpodesten.
Städtebaulich ist das Objekt Hansaring 77 aufgrund der Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs leider ein Einzeldenkmal, korrespondierend vielleicht zum gegenüberliegenden Haus Nr. 50 aus der Gründerzeit. Da das Gebäude außen wie innen besonders vollständig erhalten ist, ist es ein unverzichtbares Dokument der reichen Gründerzeit, die hier ein bleibendes Zeichen ihrer sozialen Verhältnisse (Souterrain) aber auch ihren Lebens- und Gestaltungswillen hinterließ.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0