Wohnhaus
Lindenburger Allee 32 · Lindenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3760 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Lindenburger Allee 32, 50931 Köln |
| Baujahr | um 1903 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 13.10.1986 |
| Stadtteil | Lindenthal |
Die im Jugendstil errichtete zweigeschossige, zweiachsige Halbvilla mit Sockelgeschoß, Giebelgeschoß und grobkörniger Putzfassade weist straßenseitig und rechts Risalite auf, zur Straße im Erdgeschoß mit polygonalem, im 1. Obergeschoß mit rundem Grundriß und breitem Traufgesims. Beide Geschosse sind durch ein Gurtgesims voneinander abgesetzt. Die Fenster im Erdgeschoß und Souterrain des Risalits sind durch gekämmten Putz gerahmt. Über dem Risalit sind die Fensterbrüstungen des Giebelhäuschens kassettiert; flach vertikale Hohlkehlungen über den Fenstern werden von einer aus der Mitte des Tympanons aufsteigenden floralen Ornamentierung bekrönt. Unter der Traufe wird links der Fassadenabschluß durch Kachelleisten, die ein Mittelfeld flankieren, vermittelt. Als konstruktiver Teil des Hauskerns verdeutlicht die Fassade dessen Proportion, entsprechend seinem Querschnitt. An der rechten Fassade ist der Risalit mit Hauseingang vom 1. Obergeschoß an durch zwei vertikal verlaufende Fensterlaibungen - vom Giebelfeld bis zur Eingangsüberdachung - strukturiert, die sich durch ein Rundbogenfenster ziehen und darunter drei schräg gestufte Fenster flankieren. Die Zwischenräume der mit Kacheln belebten Fensterlaibungen sind oberhalb des o. g. Fensters flach hochgekehlt und mit Medaillons verziert, unterhalb ist die Brüstung kassettiert. Über dem Giebel des Risalits erstreckt sich zur Straßenfront die höhere Fassadenaufgiebelung mit einer Fachwerkgliederung. Entsprechend der Vorderfassade befindet sich gegenüberliegend an der rückwärtigen Fassade ein Risalit mit spitz aufgeschwungenen Giebelhäuschen, Wintergarten im Erdgeschoß und überdachtem Balkon im 1. Obergeschoß.
Im Innern befinden sich die bedeutende Tür zum Treppenhaus mit unterschiedlichen Glasfenstern, die Holztreppe mit gedrechseltem Antrittspfosten und Geländer sowie die giebelartigen Türrahmungen mit Abschlußtüren im Erdgeschoß und 1. Obergeschoß in originalem Zustand.
Für die Geschichte der Menschen in Lindenthal ist das o. g. Gebäude bedeutend, weil es mit in den Ausbauprozeß des Geländes zwischen Zülpicher und Dürener Straße gehört, der um 1900 einsetzte und bis in die 20er Jahre anhielt; somit ist es ein Dokument der Baugeschichte Lindenthals für ein reines Wohngebiet mit gehobenen Wohnansprüchen.
Städtebaulich charakteristisch ist das Haus Nr. 32 für die Halbvillenbauweise des nördlichen Teils von Lindenthal aus der Zeit um 1900. Optisch und ästhetisch steht das Objekt als Denkmalensemble in Zusammenhang mit den Villen Nr. 34 - 36 sowie Nr. 9 - 15 und dokumentiert den ursprünglichen Charakter der Erstbebauung dieser Allee, die zu den älstesten Straßen Lindenthals gehört und ihren Alleecharakter bis heute bewahrt hat. Vom Schnittpunkt Bachemer Straße aus gewährt sie einen Überblick über eine Reihe von Zeugnissen gründerzeitlicher Bauten, die der Bachemer und der Theresienstraße zugehören. In diesem erweiterten städtebaulichen Bezug zeugt das Haus von dem bis heute wahrnehmbaren strukturellen Charakter dieser Gegend von zwei- bis dreigeschossigen Hausgruppen, umgeben von Gärten und reichlicher Straßenbepflanzung.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0