Hofanlage
Wendelinstraße 81 · Müngersdorf
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3934 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Hofanlage |
| Adresse | Wendelinstraße 81, 50933 Köln |
| Baujahr | Ende 17. Jahrhundert |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 21.10.1986 |
| Stadtteil | Müngersdorf |
Das zweigeschossige, niederrheinische Fachwerkgebäude mit Quertrakt zur Wendelinstraße ist Teil einer Hofanlage, deren ursprüngliche Form durch den Toilettenanbau zur Wendelinstraße und den in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts angebauten Trakt zur Militärringstraße erheblich beeinträchtigt ist. In diesem Trakt befanden sich die Säle der über 100 Jahre ansässigen Gaststätte in dem o. g. Gebäude, die später zu Wohnungen umgebaut wurden. Ältester Teil des historischen Bauwerks ist die Fachwerkwand zur Wendelinstraße. Die Grundkonstruktion besteht aus Eichenholz; die zum größten Teil originalen Gefache sind mit Lehm und Stroh gefüllt. Zum Militärring bestand die Giebelseite bis zu ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg aus verputztem Fachwerk, die danach leider in Backstein neu errichtet wurde. Im Innern der Gaststätte und im 1. OG befinden sich noch die originalen Deckenbalken und die tragenden Balken am Fußboden im 1. OG.
Bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Müngersdorf und bestimmend für das gegenwärtige Ortsbild sind die noch heute erhaltenen Nachfolgebauten stattlicher Hofgüter, die den Kern der geschichtlichen Entwicklung des Dorfes seit dem Mittelalter ausmachen. Das Ende des 17., Anfang des 18. Jahrhunderts errichtete o. g. Objekt gilt heute als das älteste Gebäude in Müngersdorf und ist ein Dokument der Bewahrung historisch-dörflicher Integrität, somit ein wesentlicher, unverzichtbarer, konstitutiver Teil des alten Dorfkerns.
Als ein historisches Dokument landwirtschaftlichen Bauens steht das o. g. Objekt im dörflichen Verband mit dem alten Petershof, dem Hermannshof und einer kleinen Hofanlage an den historischen Dorfstraßen (Wendelin- und Belvederestraße), zu dem auch die um 1889/90 errichtete Pfarrkirche St. Vitalis an der historischen Stelle der im 13. Jahrhundert erbauten Kapelle St. Vitalis gehört. Trotz der Trennung des alten Dorfkerns durch den Verlauf der Militärringstraße im Zuge der städtebaulichen Erweiterung des Ortes seit 1888, ist der alte Ortskern in seiner Ausdehnung deutlich ablesbar geblieben.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0