Wohnhaus
Siebengebirgsallee 84 · Klettenberg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3954 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Siebengebirgsallee 84, 50939 Köln |
| Baujahr | um 1925 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 04.11.1986 |
| Stadtteil | Klettenberg |
Die Häuserblöcke: Klettenberggürtel 50 - 54, Siebengebirgsallee 80 - 84 und Nonnenstrombergstr. 11 - 17 bilden einen Baukörper mit drei und vier Geschossen, Satteldach und Wohndächer der Eckblöcke, der rückwärtig vom Klettenberggürtel bis zum Schnittpunkt Siebengebirgsallee - Nonnenstrombergstraße spitzbogig zusammenläuft.
Zum Klettenberggürtel beeindruckt die traufständige drei- und viergeschossige Putzfassade mit 23 Fensterachsen durch eine symmetrische dreiteilige Blockgliederung mit zwei präsentativ hervortretenden Eckgebäuden zur Siebengebirgsallee und zur Nonnenstrombergstraße, verbunden durch einen zurükkliegenden Mitteltrakt mit Vorbau zum mittleren Eingang. Der strengen vertikalen Achsenordnung entspricht an den Eckgebäuden eine horizontale Gliederung durch ein breites Kehlgesims unter der Traufe, das mit mehreren Zierprofilen ausgestattet ist und an die Fensterstürze im 3. OG grenzt. Darunter verläuft ein Sohlbankgesims, das den Fensterreihen eine horizontale Bindung verleiht. Im 1. OG werden die Fenster- und Balkonbrüstungen ebenfalls durch ein Sohlbank- und ein Stockwerkgesims eingebunden, die einen friesartigen Charakter an den Eckhäusern hervorrufen und zugleich eine kraftvolle Abgrenzung des Erdgeschosses bewirken, das sich mit Rundbogenfenstern, Brüstungsfeldern und scharriertem Sockel vor den Obergeschossen auszeichnet. Jeweils zwei übereinanderliegende Balkone an der 2. und 5. Fensterachse im 1. und 2. OG heben die Fassaden der Eckbauten zum Klettenberggürtel baukünstlerisch hervor. Die von Konsolen getragenen konvex gewölbten Balkonbrüstungen treten im 1. OG mit scharfkantig aneinander grenzenden Kanneluren in Erscheinung, die durch geometrisch-stilisierte Pflanzenreliefs verziert sind. Bis zu den Balkonbrüstungen im 2. OG (ebenfalls mit floralem Reliefs) verlaufen konisch pokalförmige Vierkantsäulen, die auf eine Abschlußleiste der Brüstungen (lesbische Kyma) treffen. Beide Eckblöcke werden von der Fassade des Mitteltraktes (mit leicht zurückgelegtem Dachgesschoß) durch die Fortsetzung des Stockwerkgesimses, der Höhe von Sockel und Fensterbrüstungen im EG, der Rundbogenfenster und der Fensterreihung im 1. und 2. OG (alle mit profilierter Rahmung) verbunden. Eine organische Verschmelzung der Bauteile im EG bewirken die rundbogigen überdachten und mit seitlichen Korbbögen durchlichteten Eingänge (Nr. 50 und 54) an den auskragenden Seiten der Eckblöcke. Durch den portikusähnlichen Vorbau des Mitteleinganges (Nr. 52) mit Balkon im 1. OG gewinnt die gesamte Fassade, zum Klettenberggürtel einen symmetrischen Akzent. Die für das Erscheinungsbild der Fassade beherrschenden Eckblöcke übernehmen mit ihrer Auskragung eine Gelenkfunktion für die rhythmische proportionelle und baukünstlerische Durchformung des ganzen Baukörpers und deren Vermittlung zur Nonnenstrombergstaße und zur Siebengebirgsallee. In der Nonnenstrombergstraße spiegelt die Fassade der Häuser Nr. 13 und Nr. 15 mit je 6 Fensterachsen und zurückliegendem Dachgeschoß die Proportionen des Mitteltraktes zum Klettenberggürtel wieder. Dazu gehören das Geschoßgesims (EG), die Sockelung mit den angrenzenden Fensterbrüstungen und die Rundbogenfenster. Baukünstlerische Elemente zeigen die vom 1. und 2. OG durchlaufenden Fensterrahmungen jeweils in der 2. und 5. Fensterachse der o. g. Häuser. Die Köpfe der viertelstabförmigen Zierleisten sind als Lilienblüten ornamentiert; den unteren Abschluß bilden ovale Knäufe mit Blattornamenten. Oberhalb der Fensterstürze (2. OG) und unter den Sohlbänken (1. OG) verlaufen Zierleisten in Form eines lesbischen Kymas. Die hervortretenden Fassaden der 4geschossigen Häuser Nr. 11 und Nr. 17 binden den mittleren Seitentrakt in den Baukörper ein und ergänzen sich durch Risalite über den Eingängen mit floralen Ornamenten (Nr. 11) und rundbogiger Fensterrahmung des Treppenhauses über der karniesförmig profilierten Eingangsüberdachung (Nr. 17). An den originalen, im Bogenfeld mit Holzverzierungen ausgestatteten Haustüren (Nr. 13, 15, 17) haben sich auch die Hauslaternen über den Türkämpfern erhalten.
Zur Siebengebirgsallee wird die ebenfalls zurückgesetzte Fassade nach der betonten 3achsigen Eckgestaltung von Haus Nr. 84 durch Rundbogenfenster im EG mit rundbogiger Eingangsbetonung von einer schlichten viergeschossigen Wandgestaltung der Häuser Nr. 80 - 82 mit 25 Fensterachsen fortgesetzt, die durch hervortretende Bauteile: zwei Parterreerker mit Balkonen im 3. OG und einem Risalit belebt wird.
Im Inneren von Haus Nr. 52 blieb der zeittypische Ausbau mit stuckierter Deckenrahmung, Fliesenboden, Wandfliesen und Terrazzotreppe mit gedrechseltem Holzgeländer sowie ein Teil der Abschlußtüren im originalen Zustand.
Nach der Industrialisierung und Besiedlung der Region von Klettenberg und Sülz in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, setzt um die Jahrhundertwende die Bebauung zwischen Gottesweg und Klettenberggürtel ein. Für den Klettenberggürtel ist die Errichtung von Mietwohnhausblöcken charakteristisch, die eine umfangreiche Bautätigkeit auf diesem Gebiet dokumentieren, zu denen auch das o. g. Objekt gehört.
Der von Gustav Dittmar um 1925 konzipierte Baublock verfolgt mit seiner architektonischen Durchbildung räumliche Klarheit und Vereinheitlichung großer Baugruppen, in denen sich die Zierelemente zurückhaltend in die Gliederungseinheit fügen. Dergestalt verdeutlicht die Fassade des von klassischen Stilformen belebten Baukörpers der strenge Blockhaftigkeit und organisch aus der Wandfläche tretende Profilierungen auf sich vereint, die Proportionen des Gebäudekerns, entsprechend seinem Querschnitt. Durch den Wechsel von vor- und zurücktretenden Bauteilen gewinnt der Baukörper raumgreifende Kräfte, die durch einen breiten Vorgarten vermittelt - auf den Alleecharakter des Klettenberggürtels Bezug nehmen und an der Straßengestaltung teil haben.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0