Wohn- u. Geschäftshaus
Kalker Hauptstraße 88 · Kalk
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4094 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Kalker Hauptstraße 88, 51103 Köln |
| Baujahr | um 1900 bis 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.04.1987 |
| Stadtteil | Kalk |
Das Gebäude wurde um 1900 - 05 errichtet.
Baugeschichtlich bedeutend ist das traufständige, viergeschossige und dreiachsige Objekt mit Seitenhaus auf L-förmigem Grundriß als Typ des für den Kölner Raum charakteristischen Dreifensterhauses. Die streng gehaltene Stuckfassade in Stilzitaten der Renaissance ist gegliedert durch profilierte Doppelgesimse, Traufgesims, verkröpfte Fensterbankgesimse mit geometrtischen Brüstungsfeldern in Rauhputz (teilweise mit kreisrunden Aussparungen); gerader profilierter Verdachung mit schlichten Bekrönungsfeldern über flachbogigen Fensteröffnungen sowie Fensterrahmungen mit rauhputzierten Kartuschen. Im 2. und 3. Geschoß wird durch Fugenschnitt die Fassade zusätzlich strukturiert. Insgesamt verdeutlicht sie als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes. Im Innern des Objektes ist an originalen Ausstattungsteilen noch vorhanden: Terrazzotreppe bis zum 2. Geschoß, danach Holztreppe mit gedrechseltem Geländer, teilweise Wohnungstürabschlüsse bzw. Türrahmung.
Von ortsgeschichtlicher Bedeutung ist das Wohn- und Geschäftshaus, da es den sprunghaften Ausbau dieses industriellen Vororts nach der Jahrhundertwende dokumentiert. Nach der Ansiedlung von großen Industrieanlagen Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Kalk zu einer selbständigen Stadt (1877). Der wirtschaftliche Aufschwung führte zu einer immer intensiveren Bebauung des bisher freien Geländes in der Nähe der Industrieanlagen und entlang der Kalker Hauptstraße, vor allem mit Wohnhäusern für Arbeiter und Angestellte der umliegenden Industrie. Die wenigen heute noch erhaltenen Bauten schräg gegenüber der Chemischen Fabrik Kalk an der Kalker Hauptstraße belegen die um die Jahrhundertwende entstandene einheitliche Wohngebietsbebauung mit viergeschossigen, drei- bis vierachsigen Mietstockwerkbauten.
Städtebaulich bedeutend ist das Gebäude als wesentlicher Bestandteil eines weitgehend zerstörten Straßenzuges. Es bildet mit den Häusern Nr. 82, 84, 86, 90, 92 ein lückenloses historisches Straßenensemble, das für diesen Teil der Kalker Hauptstraße einmaligen Charakter hat.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0