Wohnhaus
Krefelder Straße 38 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4126 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Krefelder Straße 38, 50670 Köln |
| Baujahr | um 1890 bis 1893 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 04.04.1987 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Gebäude wurde um 1890 - 93 errichtet.
Bauhistorisch aussagefähig ist das viergeschossige, vierachsige Traufenhaus mit ausgebautem Souterrain als Beispiel einer mit Stilzitaten aus der Renaissance bereicherte Architektur kurz vor der Jahrhundertwende.
Die Fassade, die in ihrer reichen Bauzier mit der des Nachbarhauses (Nr. 40) identisch ist, wird gegliedert durch ein plastisch rustiziertes Erdgeschoß mit Doppelgesims, durch (Gurt-) Gesimse sowie ein breit profiliertes Konsoltraufgesims. Die Fensteröffnungen (im Erdgeschoß und im dritten Obergeschoß rundbogig) sind betont durch Kartuschen und Fensterverdachungen mit Konsolen (im ersten Obergeschoß) oder Fenstons (zweites Obergeschoß). Die beiden mittleren Achsen sind im zweiten Obergeschoß durch drei verzierte pilasterähnliche Säulen und eine Fensterbekrönung zusammengehalten und im ersten Obergeschoß als sogenannte Belétage in einer Art Ädikula (mit Maskenstuck) besonders hervorgehoben. Eine weitere Betonung erfährt das Erdgeschoß mit seiner auffälligen Portalzone. Der Hauseingang mit noch original erhaltener Haustür (mit schmiedeeisern vergittertem Sichtfenster) ist eingefaßt in Kapitelle und Konsolverdachung (mit drei Masken). Darüber befindet sich noch ein kleines Fenster, dessen Rahmung ebenfalls als Ädikula gestaltet wurde.
Die ab erstem Obergeschoß in Fugenschnitt gehaltene Fassade verdeutlicht als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.
Im Hausinnern sind an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten: ein ornamntierter Terrazzofußboden (dreifarbig) mit Mossaikkante, rustizierte Wandsockel, Wand- und Deckenstuck, Stützrahmen mit Voluten.
Das Haus Krefelder Str. 38 ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Erstbebauung des nördlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Die Bebauung nach dem von J. Stübben 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Gereonswall und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher sozialer Bestimmung entstehen. In der Krefelder Straße entstanden vor allem Wohn- und Geschäftshäuser für Bewohner mit mittleren bis gehobenen Wohnansprüchen.
Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Bestandteil eines Gebäudeensembles mit den Häusern Nr. 26, 28, 36, 40, die alle in Maß und Proportion miteinander korrespondieren und eine geschlossene Straßenfront bilden.
Zudem bildet das o. g. Ojbekt mit dem Haus Nr. 40 eine in sich gesschlossene, gestalterische Einheit, die durch die jeweils an der Symmetrieachse gelgenen Portalzone besonders deutlich hervortritt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0