Wohn- u. Geschäftshaus
Balthasarstraße 13 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4180 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Balthasarstraße 13, 50670 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.06.1987 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Der Bau weist sich als 4-geschossiges, 3-achsiges, mit Giebelgeschoß und Mansarddach versehenes Wohn- und Geschäftshaus aus, dem sich hofwärts ein Seitenhaus anfügt. Baugeschichtlich gehört es in die Reihe des für Köln charakteristischen Dreifensterhauses auf L-förmigem Grundriß. Als konstruktiver Teil des Baukörpers verdeutlichen die Fassaden Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau des Hauses. Bemerkenswert ist die in den Formen des Jugendstils gestaltete Straßenfassade, eine Putzfassade mit detailreicher Stuckgliederung. Über dem (veränderten) Erdgeschoß ist die Fassade streng achsial bei ungleichem Achsenabstand gegliedert. Indem die linke Achse mit Zwillings- bzw. Drillingsfenster verhältnismäßig breit, die rechte Achse mit hochrechteckigem Fenster schmal ausgebildet, die mittlere zweifenstrige Achse nach rechts verlagert wurde, erhielt die Fasade asymmetrischen Aufbau. Die Ordnungsachse betont ein pfeilergerahmter Erker mit Balkonabschluß und ein von Wandvorlagen eingefaßter Blendgiebel. Erstes und zweites Obergeschoß werden als Mittelpartie nicht nur durch breite, diesen Erker zusammengefaßt, sondern auch durch mit einem Dreieck abschließende Rahmung der Außenachsenfenster sowie horizontale Abgrenzung mit Gesimsen. Die Bauzier gruppiert sich um die Fenster, wobei die Mittelpartie besonders behandelt ist, und besteht im wesentlichen aus Kannelierungen, Eierstab-Motiv, vegetabilen oder geometrischen Mustern, Girlanden und plastischem Schmuck (Frauenköpfe). Einige Fensterrahmen belegen als Originalteile die Außenausstattung. An historischer Inneneinrichtung ist noch vorhanden: inkrustierter Terazzoboden mit Mosaik, Wand- und Deckenstuck im Hausflur; Terrazzotreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten; 1 Wohnungstür, zum Teil Zimmertüren.
Ortsgeschichtlich dokumentiert es die ursprüngliche Bebauung der zum Neustädter "Dreikönigsviertel" gehörenden Balthasarstraße um 1906. Die nach den Plänen des Stadtbaumeisters Josef Stübben 1881 begonnene und im wesentlichen bis 1914 durchgeführte Erweiterung gilt als das bedeutendste Stadtprojekt des 19. Jahrhunderts im Rheinland. Die historischen Bauten der Balthasarstraße vergegenwärtigen exemplarisch diesen für Köln überaus wichtigen Entwicklungsabschnitt.
Mit dem Nachbargebäude bildet das Haus eine im Baustil übereinstimmende Baugruppe, die mit den gegenüberstehenden Altbauten Nr. 8 - 10 sowie den Eckhäusern Kasparstr. 17 und 19 ein Denkmalensemble ergibt, das dem zwischen Krefelder Straße und Kasparstraße liegenden Abschnitt der Balthasarstraße maßgeblich markiert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0