Wohnhaus
Eythstraße 25 · Kalk
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4185 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Eythstraße 25, 51103 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.06.1987 |
| Stadtteil | Kalk |
Das Gebäude wurde um 1905 errichtet. Baukünstlerisch bedeutsam ist vor allem die aus den frei zitierten Formenapparat der Renaissance aufgebaute Stuckfassade des 3-achsigen, 4-geschossigen sattelgedeckten Hauses. Über dem EG in Putzquaderung ist die Fassade durch einen reich dekorierten 3-geschossigen und 2-achsigen Erker sowie einen Ziergiebel in der Höhe gegliedert, waagerechte Akzente geben Fugenschnitt, Fenstersohlbänke, verkröpftes Fensterbankgesims sowie ein Traufgesims mit kleeblattbogigem Fries. Um die (zum Teil original erhaltenen), mit Schutzwerk versehenen Fenster die wesentlichen Dekordetails: Am Erker Pilaster mit Basis und Kapitell, ornamentierte Brüstungsfelder in geometrischer Rahmung, segmentbogige und giebelförmige Fensterbekrönungen sowie gerade Verdachung mit Kartuschen. Den Ziergiebel schmücken Pilaster, Voluten und ein Segmentbogen mit Fächerrosette. Die rückwärtige Backsteinfassade besitzt noch die vollständige Originalfensterteilung. Insgesamt verdeutlichen die Fassaden als konstruktive Teile des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes. Dem Hof begrenzt eine Backsteinmauer sowie ein ornamentierter schmeideeiserner Zaun.
Im Innern des Gebäudes ist der Hausflur mit Fugenschnitt, dekorierten Stützrahmen sowie einen rosenförmigen Deckenstuck versehen. Fußbodenfliesen in Teppichmuster führen zu einer Holztreppe mit gedrechselten Antrittspfosten und umlaufendem Geländer. Die breiten, 3-teiligen Wohnungstürabschlüsse mit Glaseinsatz, Toilettentüren in den Treppenpodesten und eine Kellertür sind ebenfalls im Original erhalten.
Von ortsgeschichtlichter Bedeutung ist das Wohnhaus, da es den sprunghaften Ausbau dieses industriellen Vorortes nach der Jahrhundertwende dokumentiert. Nach der Ansieldung von großen Industrianlagen Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Kalk (1877) zu einer selbständigen Stadt. Der wirtschaftliche Aufschwung führte zu einer immer intensiveren Bebauung des bisher freien Geländes in der Nähe der Industrieanlagen und entlang der Kalker Hauptstraße, vor allem mit Wohnhäusern für Arbeiter und Angestellte der umliegenden Industrie. In der Eythstraße entwickelte sich ein gehobenes Wohnviertel mit bisher in Kalk unüblichen Gestaltungsweisen.
Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als wesentlicher Bestandteil eines noch fast vollständig erhaltenen Straßenensembles. Es bildet mit den Häusern Nr. 21, 23, 27, 29 und den gegenüberliegenden Häusern, Nr. 22, 24 ein lückenloses, historisches Straßenensemble mit beispielhaftem Charakter.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0