Wohn- u. Geschäftshaus

Rolshover Straße 8 · Kalk

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4188
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Rolshover Straße 8, 51105 Köln
Baujahr1900 bis 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.06.1987
Stadtteil Kalk

Das Gebäude wurde zwischen 1900 und 1905 errichtet. Baugeschichtlich bedeutend ist das Gebäude als Beispiel einer mit Stilzitaten der Renaissance bereicherten Architektur um die Jahrhundertwende. Die durch Fenstersohlgesimse und Konsoltraufgesims sowie durch die einheitliche Fensterrahmung streng gegliederte Fassade wird durch stukkierte Fensterverdachung und rundbogige Werksteinimitation über Fensterdachgesimsen aufgelockert. Insbesondere das 1. Geschoß trägt durch seine Stuckbekrönung und zangenähnlichen Fries in der Fensterrahmung zur Belebung der Fassade bei. Trotz geringfügiger Beschädigung im 2. Geschoß wird der Gesamtcharakter des Gebäudes nicht beeinträchtigt. Im 1. Geschoß sowie an der rückwärtigen Backsteinfassade sind die Fenster noch in Originalteilung erhalten. Insgesamt verdeutlichen die Fassaden als konstruktive Teile des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes. Im Innern des Gebäudes ist an originaler Einrichtung noch vorhanden: Dekkenfries im Hausflur, Holztreppe, gedrechseltes umlaufendes Geländer ab 2. Geschoß, Holzdielen, Wohnungstürabschlüsse, teilweise Zimmertüren.

Von ortsgeschichtlicher Bedeutung ist das Wohn- und Geschäftshaus, da es den sprunghaften Ausbau dieses industriellen Vororts nach der Jahrhundertwende dokumentiert. Nach der Ansiedlung von großen Industrieanlagen Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Kalk (1877) zu einer selbständigen Stadt. Der wirtschaftliche Aufschwung führte zu einer immer intensiveren Bebauung des bisher freien Geländes in der Nähe der Industrieanlagen und entlang der Kalker Hauptstraße, vor allem mit Wohnhäusern für Arbeiter und Angestellte der umliegenden Industrie. Die wenigen, heute noch erhaltenen Bauten an der zwischen der chem. Fabrik und der ehemaligen Batteriefabrik liegenden Rolshovener Straße belegen die um die Jahrhundertwende entstandene einheitliche Wohngebietsbebauung mit 4-geschossigen, 3 - 4-achsigen Mietstockwerkbauten.

Städtebaulich bedeutsam ist das Objekt als noch erhaltener Bestandteil eines weitgehend zerstörten Straßenzuges. Es bildet mit den Häusern Nr. 16, 14, 10 ein historisches Straßenensemble, das für diesen Teil der Rolshovener Straße einmaligen Charakter hat und zu dem fast vollständig erhaltenen Straßenzug der Johann-Mayer-Straße überleitet.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0