Hofanlage (Alt-Lind)

Morsdorfer Straße 6 · Lindenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4190
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungHofanlage (Alt-Lind)
Adresse Morsdorfer Straße 6, 50935 Köln
Baujahr1885
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.06.1987
Stadtteil Lindenthal

Das Anwesen besteht aus einem - in dieser Form wohl aus den 20er Jahren stammenden - Vorderhaus und einem älteren Hoftrakt, der wohl von einem, in der Karte von 1885 verzeichneten u-förmigem Kleingehöft stammt. Es ist unklar, warum der rechte Teil des stallartigen Anwesens sehr dickes Feldbrandziegelsteinmauerwerk aufweist, das im linken Teil schon etwas dünner ausgefallen ist. Ursprünglich war das Gebäude wohl mehrgeschossig, wie das Nachkriegspultdach und die erhöhte Merwerkskrone unter der Blechverwahrung andeuten.

Das vordere Wohnhaus ist eingeschossig und deutet mit verkröpften Art-déco Giebel und Blechverwahrung im gleichen Stil auf ein Baujahr um 1920. Schiebetüren sowie Beschläge und Hausgrundriß stammen aus der gleichen Zeit. Die Haustüre ist neu, die Klappläden an den Fenstern blieben erhalten.

Die Morsdorfer Str. 6 ist bedeutend für die Geschichte des Stadtteils Lindenthal, der bereits 1888 nach Köln eingemeindet wurde. Auf dem Gebiet Lindenthal gab es im Mittelalter einige Dörfer, von denen Kriel mit dem Krieler Dom sowie die Dörfer Lind, Kitschburg und Melaten zu nennen sind. Letzteres hat sich im Namen des 1. außerstädtischen Friedhofes für Köln von 1810 erhalten, die Kitschburg stand bis nach dem Kriege im heutigen Stadtwald, der in den Jahren 1895 bis 98 angelegt wurde. Eine stärkere Besiedlung des Vorortes erfolgte ab 1846 von Köln aus, später wurden die durchgrünten Stadtteile bevorzugtes Wohngebiet wohlhabender Kölner Bürger. Die Morsdorfer Straße ist ein Teil des alten Dorfes Lind, dessen Kern in der Prälat-van-Acken-Straße gelegen hat. Für die Nutzung und Erhaltung des Objektes sprechen ortsgeschichtliche Gründe.

Das Anwesen dokumentiert zweifellos den Rest des Dorfes Lind, von dem sich bis heute nur noch der Platzhof erhalten hat. Es ist zu vermuten, daß das Vorderhaus - vielleicht nach Zerstörung des alten Gebäudes - im alten Stil wieder aufgebaut wurde, unter Beibehaltung der achsialen Fassadeneinteilung. Als spätdörfliches Anwesen ist das o. g. Gebäude erhaltenswert. Die Unterschutzstellung ist bereits erfolgt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0