Wohnhaus

Gneisenaustraße 25 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4235
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Gneisenaustraße 25, 50733 Köln
Baujahrum 1905 bis 1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 27.07.1987
Stadtteil Nippes

Das Gebäude wurde um 1905/10 errichtet. Baukünstlerisch bedeutend ist das 2-achsige, 3-geschossige Traufenhaus mit Giebelgeschoß und einem mit Balkon abschließenden Risalit als Beispiel einer im Jugendstil dekorierten Hausfassade.

Die Asymmetrie der Architektur, die unterschiedliche Oberflächenbearbeitung (Quader-, Streusel- und Glattputz, Schiefer) sowie die Formenvielfalt der Fenster (Zwillings- Drillingsfenster mit geraden, bzw. stufig versetzten rund- oder stichbogigen Abschlüssen) beleben die architektonische phantasievolle Fassadenfront. Ihre plastische Ausformung wird noch verstärkt durch eine auf den Risalit aufgesetzte, geschweifte Fensterrahmung (1. OG ähnlich der Form des Giebelvorbaus der Balkonbalustrade sowie des Giebelgesimses. Die obere Portalzone (mit originaler, rundbogiger Eingangstür) mit ovalem Oberlicht ist in Blattwerk und Kartuschenornamentik eingefaßt. Die noch original erhaltene Fensterrahmung mit konkav geschwungenen Kämpfern und kleinteiligen Oberlichtsprossen vervollkommnen die ästhetische Einheit der Fassade, die als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes verdeutlicht. Ein kleiner Vorgarten mit originaler Einfriedung ist erhalten. Im Innern des Hauses ist noch weitgehend originaler Bestand erhalten: Terrazzoboden, Marmorwände und Stukkierung der oberen Wandzone und Decke, Terrazzotreppe mit umlaufendem schmiedeeisernem Geländer sowie Stuckdecken.

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohnhaus als Zeugnis des Kölner Vorortes Nippes. In seiner Erscheinung dokumentiert es die Bebauung der Gneisenaustraße um 1905/10. Die mit der Industrialisierung einsetzende Entwicklung von Nippes zum Industrie- und Wohnort fand ihren Ausdruck in einer planmäßig betriebenen Ausweitung, die sich auch auf das zwischen Bahnlinie und Neusser Straße gelegene Gelände erstreckt. Die Gneisenaustraße ist ein für diese Geschichtsphase typischer Straßenzug.

Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Bestandteil eines Gebäudeensembles mit dem in seiner Architektur ähnlich gestalteten Gebäude Nr. 23 sowie einer Anzahl von Denkmälern, u. a. die 1915 errichtete Pfarrkirche St. Bonifazius als städtebauliche Dominante, die das ehemalige historische Erscheinungsbild der Gneisenaustraße anschaulich und erlebbar machen.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0