Wohnhaus
Erftstraße 12 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4298 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Erftstraße 12, 50672 Köln |
| Baujahr | um 1898 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 13.10.1987 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das um 1898 erbaute Mietstockwerksgebäude besitzt eine sechsachsenbreite Stuckfassade. Wie bei den Nachbarhäusern sind auch hier über dem Souterrain vier Geschosse angeordnet, die 3 Obergeschosse werden durch einen reizvollen Erker über den beiden Mittelachsen betont. Die Stuckatur mischt gotisierende Ornamente in den Brüstungsflächen mit reizvollen Fensterumrandungen, die originale Haustür im Souterrain ist mit der Stuckumrahmung hervorzuheben. Auch die Holzfenster mit den Sprossenoberlichtern blieben original erhalten.
Im Innern ist der originale Ausbau in seltener Fülle noch ablesbar: In den Vorderräumen befinden sich noch reich dekorierte Stuckdecken, die in den Hofräumen einfacher gehalten sind, originale Türen mit Türgewänden und originalen Beschlägen blieben überall erhalten. Ein Hinterhaus ist nicht vorhanden. Im Eingang sind die Stuckdecke und der schwarz-weiße Marmorboden aus der Zeit. Auch die Holztreppe mit Holzgeländer sowie die Wohnungstüren im historisierenden Dekor sind original. Treppenabsätze mit Mosaikeinlagen in Terrazzo. Das EG wurde teilweise erneuert.
Das Haus Erftstr. 12 ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Neustdt, die ab 1881 nach Plänen des Kölner Baumeisters Josef Stübben anstelle der alten Mauer- und Wallanlagen errichtet wurde. Die sich halbkreisförmig um die "Altstadt" ziehende Bauzone ist absichtlich in Wohnwert und städtebaulichem Standart stark differenziert und wird durch die sog. "Ringe" verbunden. Die Differenzierung wurde durch die gestalterische Verwendung öffentlicher Bauten wie Kirche und Opernhaus und Plätze unterstrichen; auch die Lage am Volksgarten einerseits oder am Bahnhof andererseits bestimmen Anspruch und Stil der gründerzeitlichen Bebauung. Die Erftstraße liegt zwar in der Nähe des Bahnhofes St. Gereon, wird aber auch von der repräsentativen Bebauung um den Stadtgarten im Wohnwert beeinflußt. Die durchweg privaten Mietshäuser wurden durch den starken Wirtschaftsaufschwung finanziert, der durch die Industrialisierung der Rheinlande nach der preußischen Besetzung einsetzte. Für die Nutzung und Erhaltung des Objektes sprechen architektonische, kunsthistorische und städtebauliche Gründe.
Städtebaulich bildet die Fassadenfront von Nr. 8 bis Nr. 16 ein vollständig erhaltenes Ensemble gründerzeitlicher Bauten der Jahrhundertwende, innerhalb dessen das o. g. Objekt ein unverzichtbarer Teil ist. Die hohe architektonische Qualität der Bauten ist zusätzlich von besonderer Bedeutung für die Kölner Neustadt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0