Wohn- u. Geschäftshaus

Düsseldorfer Straße 2 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4313
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Düsseldorfer Straße 2, 51063 Köln
Baujahr1903 bis 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 21.10.1987
Stadtteil Mülheim

Das in der Zeit von 1903 und 1905 erbaute Eckhaus zur Dünnwalder Straße umfaßt ein ungewöhnlich großes Baugrundstück, das fast vollständig viergeschossig, an der Ecke sogar fünfgeschossig bebaut wurde. Zur Düssseldorfer Straße weist es 8 Achsen auf, die durch einen 2-geschossigen Erker in der vierten Achse unterbrochen werden. Bis dahin stammt die Fassade aus dem Wiederaufbau nach 1950, durch den die in den weiteren Achsen noch vorhandene Stuckierung der Fensterrahmen verloren ging. Im Oktober 1944 zerstörte eine Bombe die Ecke, die ursprünglich durch ein zwiebelturmartiges Dach über dem sockelartigen 5. Obergeschoß betont wurde. Erhalten blieben relativ vollständig die 4 Achsen zur Dünnwalder Straße, die durch einen originalen 3-geschossigen Erker mit darüberstehendem Zwerchgiebel akzentuiert werden. Das als Laden genutzte Erdgeschoß - ursprünglich für sog. Kolonialwaren und -farben weit ausgebaut - wurde verändert.

Im Innern blieb die geschwungene Terrazzotreppe mit Eisengeländer erhalten, die je Geschoß jeweils 3 Wohnungen erschließt. Diese wurden mit der Zeit weitgehend umgebaut und erneuert. Original sind noch einige Fenster mit Sprossenoberlichtern.

Das Haus Düsseldorfer Str. 2 ist bedeutend für die Geschichte des Stadtteils Mülheim, der 1914 in die Stadt Köln eingemeindet wurde. Die ehemalige Kreishauptstadt eines nordöstlich Köln gelegenen Landkreises wurde bereits 1098 urkundlich erwähnt und stieg unter den Bergischen Grafen bald zu einer sogenannten "Freiheit" auf. Die weitere Entwicklung insbesondere die Umwallung wurde von der freien Reichsstadt Köln gewaltsam verhindert. Mülheim gewann erst im 18. Jahrhundert aufgrund der freieren Religionsausübung im Bergischen einige Bedeutung, als die Seidenfabrikation unter der Familie Andreae sich entdwickelte: Im 19. Jahrhundert siedelten sich gefördert durch den Bau von Eisenbahn und Straßen bedeutende Industrieunternehmungen auf dem Stadtgebiet an, so daß sich das klein maßstäbliche Straßengefiert schnell zu weitreichenden gründerzeitlichen Vorstadtbereichen entwickelte. Die Düsseldorfer Straße ist eine alte ursprünglich nach Düsseldorf führende Landstraße von Mülheim aus.

Städtebaulich hat der außerordentlich dominierende Eckbau noch heute einiges von seiner früheren Wirkung, in dem an die Mülheimer Freiheit anschließenden Straßenkreuz, bewahren können. Im Kreuzpunkt der Baustile- und Bauepochen ist seine Maßstäblichkeit noch heute für den Straßenraum bestimmend.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0