Wohnhaus

Maternusstraße 5 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4318
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Maternusstraße 5, 50678 Köln
Baujahr1910 bis 1912
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 27.10.1987
Stadtteil Neustadt/Süd

Das mit fünf Achsen breit gelagerte, zweihüftige Mietsstockwerksgebäude wurde um 1910 bis 1912 erbaut und besitzt eine relativ einfache Putz-, Stuckfassade von 4 Geschossen. Bemerkenswert ist der breite, über zwei Achsen laufende, dreigeschossige Erker, dessen Fassade allerdings in den beiden letzten rechten Geschossen purgiert wurde. Die Ornamentik der Stuckverzierung in den Brüstungen ist vom ausgehenden Jugendstil und klassizistischer Strenge beeinflußt, Fenster und Haustüre wurden erneuert.

Im Innern blieben die Differenzstufen in weißem Marmor sowie die Terrazzotreppe mit Eisengeländer erhalten. In den Obergeschossen wurden noch die alten Wohnungs- und Zimmertüren angetroffen, in den Vorderräumen floralstuckierte Decken im Heimatstil von bemerkenswerter Differenziertheit und Eleganz, sowie die originalen Wandfliesen in der Küche.

Das Haus Maternusstr. 5 ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Neustadt, die ab 1881 nach Plänen des Kölner Baumeisters Josef Stübben anstelle der alten Mauer- und Wallanlagen errichtet wurde. Die sich halbkreisförmig um die "Altstadt" ziehende Bauzone ist im Wohnwert und städtebaulichen Standart stark differenziert und wird durch die sog. "Ringe" verbunden. Die Differenzierung wurde durch die gestalterische Verwandlung öffentlicher Bauten wie Kirchen, Opernhaus und Plätze unterstrichen; auch die Lage am Volksgarten einerseits oder am Bahnhof andererseits bestimmen Anspruch und Stil der gründerzeitlichen Bebauung.

Die durchweg privaten Mietshäuser wurden durch den starken Wirtschaftsaufschwung finanziert, der durch die Industrialisierung der Rheinlande nach der Eingliederung in Preußen einsetzte. Für die Nutzung und Erhaltung des Objektes sprechen kunsthistorische, städtebauliche und stadtgeschichtliche Gründe.

Städtebaulich ist das Objekt als Dokument der Erstbebauung der Neustadt erhaltenswert. Trotz seiner teilweisen Zerstörung ist die großzügig angelegte Fassade ein interessantes Dokument des Wohnungsbaus kurz vor dem Ersten Weltkrieg, dessen Maßstäblichkeit noch heute die äußeren Bezirke der Südstadt bestimmt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0