Wohnhaus

Scherfginstraße 34 · Sülz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4339
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Scherfginstraße 34, 50937 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.11.1987
Stadtteil Sülz

Das zweigeschossige, giebelständige Gebäude besitzt eine Backsteinfassade, die mit spärlicher Ornamentik untergliedert ist. Über der Tür ist eine gotisierende Backsteinverzierung vorhanden, deren Formenkanon im Giebel in der Art norddeutscher Backsteingotik vorsichtig aufgenommen wird. Die Fenster - im EG und 1. OG je zwei - sind nicht axial gesetzt, im Dachgiebel wurden auch die dortigen Fenster erneuert sowie auch die Haustüre.

Die Mosaikverzierung in der Fassade ist spätere Zutat.

Im Innern ist die Holztreppe mit Holzgeländer erhaltenswert, der Grundriß wurde leicht geändert.

Die rückwärtige Fassade erfuhr stärkere Eingriffe, das Dach, die Dachgestalt blieb erhalten.

Das Haus Scherfginstr. 34 ist bedeutend für die Geschichte des Stadtteils Sülz, der 1888 nach Köln eingemeindet wurde. Der Ortsteil hat sich gegen Ende des vorigen Jahrhunderts als Fortsetzungsstätte städtischer Mietshausbebauung um einen älteren Kern gebildet, der sich wiederum aus einigen mittelalterlichen Höfen bzw. neuen Burgen entwickelt hat. Im burgundischen Krieg wurden Dorf und Burgen völlig zerstört, das Weißhaus ist heute der einzig erhaltene Hof. Die Bebauung mit Mietshäusern setzte 1890 im verstärkten Maße ein, wobei stilistisch und städtebaulich hier Einflüsse des Jugendstils überwiegen.

Für die Nutzung und Erhaltung sprechen sozioligische und städtebauliche Gründe.

Städtebaulich ist das um 1905 erbaute schlichte Siedlungsgebäude Teil eines relativ gut erhaltenen Ensembles von offensichtlich privat errichteten Arbeiterhäusern, die hier in der Scherfginstraße unter Wahrung eines individuellen Charakters relativ einheitlich erbaut wurden.

Für Sülz ist diese Straße von ortsgeschichtlicher Bedeutung, da sie den sozialen Fortschritt um die Jahrhundertwende dokumentiert und bis heute ihren Charakter erhalten hat.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0