Wohn- u. Geschäftshaus

Karolingerring 2 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4340
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Karolingerring 2, 50678 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 13.11.1987
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Wohn- und Geschäftshaus wurde um 1890 erbaut. Baukünstlerisch erfüllt das gleichmäßig zum Bonner und Chlodwigplatz wie zum Karolinger Ring orientierte breite, d. h. in 5 : 4 Achsen angelegte Gebäude alle Erweiterungen, die im Kölner Urbanismus schon seit dem Mittelalter mit der Schlüsselrolle der Eckhäuser verbunden sind. Ihre beherrschende Wirkung entlang aller sich öffnenden Straßenachsen ist aus der Tatsache abzuleiten, daß es sich hier um bewußt einmalig konzipierte städtebauliche Kunstwerke und nicht aus der kontinuierlichen Wegführung der Straße abzuleitbare Formationen handelt. Nach der zur Zeit schon nicht im originalem Zustand zu sehenden Absetzung der Erdgeschoßzone mit Geschäftseinrichtungen nach allen Seiten, sind die zwei Hauptgeschosse durch zarte Bänderung charakterisiert und das von vorkragenden Brüstungsgesimsen abgetrennte oberste Geschoß dann durch lange Konsolen noch besonders betont.

Alle Rundbogenfenster im 1. OG sind durch Architravrahmung, in den oberen Geschossen dann durch einfache Schnittführung hervorgehoben. Die mit zahnschnittleiste geschmückten Gurt- und Sohlbankgesimse zeugen vom horizontalen Ausgleich und einer bescheidenen Harmonie, die auch durch den geschweiften Giebel zum Bonner Platz nicht gestört wird. Im Hausinnern erinnert das mit Keramikkacheln verkleidete Treppenhaus, die steile Betontreppe mit Geländer aus Eisengußstangen und andere gestalterische Details an die Baumaßnahmen der unmittelbaren Nachkriegszeit.

Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt ein Zeugnis der zwischen 1881 und 1910 durchgeführten einmaligen Erweiterung der Wohngebiete Kölns, die in der zweite Welle auch das Gebiet der heutigen Südstadt erfaßte. Der sog. Bonner Platz, der die überragende räumliche Wirkung des Chlodwigplatzes nachklingen läßt, erschließt die Umgebung der südlichen Neustadt sternförmig in sechs Richtungen. Während die zum Chlodwigplatz und Severinstor führenden Querachsen der Verbindung dem Geschäfts- und Gesellschaftsleben gewidmet sind, kann man die mit dem Stadtkern des Severinstores angelegten Straßenachsen vorwiegend als Wohngebiet für Bürger mit mittleren und höheren Ansprüchen bezeichnen. Ähnlichen Charakter hat auch die Ringstraße in der Nähe der Kreuzung zum Chlodwigplatz.

Städtebaulich ist der denkmalpflegerische Wert des Gebäudes gegeben durch die schon erwähnte urbanistische Akzentuierung einer der wichtigsten und schönsten Kreuzungen der Südstadt. Das abwechslungsreiche Straßenbild verbindet die neuen Anlagen der Ringallee mit dem historisch gewachsenen Platz um das Severinstor. Die an italienische Palastbauten erinnernde Architektur des o. g. Eckgebäudes ermöglicht diese Aufgabe zu erfüllen.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0