Wohnhaus
Im Stavenhof 3 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4387 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Im Stavenhof 3, 50668 Köln |
| Baujahr | um 1880 bis 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 21.12.1987 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Das Gebäude wurde um 1880 - 90 errichtet. Baugeschichtlich aussagefähig ist das 3-geschossige, 2-achsige Traufenhaus aus gelben und roten Ziegeln und Seitenhaus auf L-förmigem Grundriß und Hinterhaus als Beispiel der Backsteinarchitektur des späten 19. Jahrhunderts.
In der Gestaltung der Straßenfront bekundet sich ein baugestalterischer Anspruch: Gelbe Ziegel mit Stuck/Putz- und roten Backsteingliederungen an Gurtgesimsen, ein bzw. zwei Fenster einfassenden Fensterbankgesimsen, Sägezahnfries, Fassadenbändern sowie an Fensterstürzen im Rollverband mit Formsteinen.
Die Fenster sind stichbogig ebenso wie die Toreinfahrt, die in einem Flachrisalit mit je 2 Fenstersprossen eingebunden ist. Zwei originale Dachgauben aus z. T. geschnitztem Holz sowie die beibehaltene historische Fensterteilung (1 originales Fenster mit Schnitzwerk 1 OG rechts) vervollkommnen die ästhetische Einheit der Fassade, die als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes verdeutlicht.
Die Innenausstattung des Hauses kennzeichnet es als einfaches Mietwohnhaus: schlichter Fliesenfußboden, Holztreppe, gedrechseltes, umlaufendes Geländer mit Antrittspfosten, vollständig erhaltene Wohnungstürabschlüsse, Zimmertüren, Toilettentüren u. Waschbecken auf den langgestreckten Holzdielenpodesten der einzelnen Geschosse, Podestfenster mit Messinggriffen, Hoftür mit Sichtfenster.
Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohnhaus, da es den Ausbau des nördlichen Teiles der Kölner Altstadt dokumentiert.
Aufgrund des raschen Bevölkerungszuwachses und der regen Bautätigkeit durch wirtschaftlichen Aufschwung wurde 1881 zum 4. Mal die Stadt über die alten Befestigungsanlagen hinaus erweitert und die noch freien Grundstücke innerhalb des Festungsgürtels ausgenutzt. Je nach Ortslage wurden die Bauparzellen mit Häusern, unterschiedlicher sozialer Bestimmung bebaut. Im Stavenhof - der Straßenname bezieht sich auf den ehemaligen Stavenhof am Eigelstein - entstanden vor allem Wohnmiethäuser für Arbeiter.
Städtebaulich bedeutend ist das o. g. Objekt als unverzichtbarer Bestandteil eines Gebäudeensembles mit den Häusern Nr. 1/5 u. Eigelstein 101, sowie den sichtbezogenen, gegenüberliegenden Objekten 2 - 4, 8, 10, 12.
Blickt man vom Eigelstein in die enge, kopfsteingeplfasterte Gasse, bietet sich dem Betrachter ein im historischen Sinne anschauliches charakteristisches Erscheinungsbild.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0