Wohn- u. Geschäftshaus
Friesenstraße 70 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4400 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Friesenstraße 70, 50670 Köln |
| Baujahr | um 1870 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 04.01.1988 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Das dreigeschossige, dreiachsige Wohn- und Geschäftshaus stammt aus der Zeit um 1870, also der Erneuerung der Altstadt nach dem Anstieg der Bevölkerung und der Industrialisierung der Rheinlande. Zweifellos war die Friesenstraße bereits zu Beginn der Neuzeit bebaut, wie die Karte von Köln aus dem 18. Jahrhundert ausweist. Charakteristisch für die Altstadt ist noch die Kleinteiligkeit der Parzellierung, die in der Regel auf das rheinische Dreifensterhaus zugeschnitten ist.
Die Stuckfassade ist in den Obergeschossen von breiten Fenstern durchbrochen, so daß nur in den Brüstungen Platz für Stuckverzierungen - Gesimse und klassizistische Überdachungen - verbleibt. Deutlich wird das 1. Obergeschoß durch 3 Übergiebelungen akzentuiert, die zeittypische Achsialität wird durch stärkere Betonung der Mittelachse im 2. Obergeschoß unterstrichen. Das Erdgeschoß (Laden) wurde erneuert, die Fenster in den Obergeschossen sind original. Der Innenhof wurde überbaut.
Im Eingang blieb nur der Terrazzoboden erhalten, die originale Holztreppe mit Balustergeländer führt in die Obergeschosse, die noch die historischen Wohnungs- und Zimmertüren aufweisen. Die Treppenhausfenster zum Hof sind bleiverglast (Buntglas).
Das Haus Friesenstr. 70 ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Altstadt, deren Mauerring von 1180 - 1880 erhalten blieb. Heute ist allerdings nur noch das Straßensystem, im Kern schon von den Römern angelegt, mittelalterlich. Wiederaufgebaut wurden die romanischen Sakralbauten aus der Blütezeit Kölns, während der Profanbau der alten Hansestadt verlorenging.
Nach der Eingliederung Kölns in Preußen fand ein allmählicher wirtschaftlicher und kultureller Aufschwung statt, dem allerdings die meist baufälligen Altstadthäuser zum Opfer fielen. Geschützt sind daher in der Regel Objekte der Stadterneuerung ab 1860. Die Friesenstraße ist eine alte schon früh bebaute Ausfallstraße aus der Altstadt Kölns nach Westen. Für die Nutzung und Erhaltung des Objektes sprechen kunsthistorische und städtebauliche Gründe.
Städtebaulich stellt das Gebäude auf der Seite mit geraden Zahlen eins der wenigen noch erhaltenen Gründerzeitbauten dar, während die Bebauung der gegenüberliegenden Seite mit den Häusern Nr. 7, 19, 33, 43 usw. noch eine relativ dichte Folge historischer Bauten aufweist. Innerhalb dieses Ensembles ist das o. g. Objekt unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0