Wohnhaus

Thebäerstraße 20 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4426
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Thebäerstraße 20, 50823 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 25.01.1988
Stadtteil Ehrenfeld

Baukünstlerisch bewahrt das dreigeschossige, um 1890 gebaute Dreifensterhaus mit seitlichem Eingang die alte Tradition des rheinländischen Wohnhauses aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die schlichte Backsteinfassade ist heute glatt verputzt, und ihre Verzierung beschränkt sich auf gesimsartige Vermauerungen zwischen den Geschossen, in einzelnen Häusern der Straße unterschiedlich hoch gezogen. Die Fenster sind einheitlich vertieft und mit einfacher Segmentrahmung im 2. Obergeschoß abgeschlossen. Das Mauerwerk der Eingangstüren ist mit einem profilierten und abgerundeten Streifen umrahmt, die gerillte Rauhputzfassade des 2. Obergeschosses, die sich von dem glatten Stuck und Werksteinsockel des Erdgeschosses absetzt, ist der einzige Blickfang der einfachen Baukompostition. Das Innere ist zur Zeit nicht zugänglich, es wird jedoch eine originale Holztreppe mit Holzgeländer vermutet.

Ortsgeschichtlich ist das Haus Thebäerstr. 20 bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Ehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Ehrenfeld entstand 1845 durch eine spekulative Initiative von Köln aus, als erster linksrheinischer Vorort (unter Mitwirkung von Stadtbaumeister Weyer), da innerhalb der Mauerumwallung Kölns die Bauplätze knapp wurden. Durch industrielle Ansiedlungen gewann der Ort schnell an Bedeutung und besaß kurzzeitig, bis zur Eingliederung nach Köln Ende des 19. Jahrhunderts, die Stadtrechte. Das Haus ist ein geschichtliches Dokument städtischer Erstbebauung nach der Eingemeindung Ehrenfelds. Die Thebäerstraße erschließt teilweise Wohnhäuser auf langen schmalen Parzellen, teilweise stärker differenziertes Fabrikgelände.

Städtebaulich ist die Thebäerstraße mit dem noch vollständig erhaltenen Straßenensemble von niedrigen dreigeschossigen und vorwiegend auch dreiachsigen Wohnhäusern bemerkenswert, da sie auf schmalen Parzellen und in unmittelbarer Verbindung zum anliegenden Industrieterrain vorwiegend Bauten für die ehemalige Arbeiterschaft der Umgebung besitzt. Sie dokumentiert so die interessante Tatsache der vollen Integration eines sozialen Umfeldes und des ursprünglich anspruchslosen Wohnbaus in die zwischenzeitlich gewachsenen Stadtstrukturen Ehrenfelds.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0