Wohnhaus
Werderstraße 3 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4450 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Werderstraße 3, 50672 Köln |
| Baujahr | 1888 bis 1898 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.02.1988 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Wohnhaus wurde um 1893 errichtet. Baukünstlerisch ist das o. g. dreigeschossige Einfamilienwohnhaus der linke Teil einer einheitlich gestalteten Dreierhausgruppe. Der durch alle Strockwerke sich ziehende Erkerrisalit entspricht spiegelbildlich der ursprünglich ähnlichen Gestalt des Hauses Nr. 7, wobei der Akzent auf dem riesigen, auf Konsolensäulen liegenden Giebelaufbau des repräsentativen Balkons des Hauses Nr. 5 liegt. Während das Mittelhaus sich an die mehr oder weniger bekannten antiken Muster des Spätklassizismus festnagelt, bemühen sich die Flügelhäuser im Geiste der aufkommenden Neoromanik um Rückkehr zur heimischen Tradition und Volkstümlichkeit. In Berufung auf die freie Gestalt der "deutschen Renaissance" knüpft die Quaderunterteilung des Erdgeschosses an den Blumenfries der Brüstungszone des 1. Obergeschosses und an den gotischen Schmuck des Balkons am 2. Obergeschoß an, ergänzt durch die einfache Rahmenzeichnung des Erkerabschlusses. Die prachtvollen Gliederungselemente aus Stuck und Werkstein setzen sich dabei eindrucksvoll von dem einfachen Grundton der Backsteinfassade mit gerader Fensterdachung ab. Auf dem verkröpften Kranzgesims mit Zahnschnittleiste sitzen die Zwerghäuser der Dachzone. Auch der Vorgarten erinnert an die Erstbebauungszeit.
Im reich gestalteten Hausinnern sind im Foyer in inkrustierter Farbmosaikboden, eingewschnittene Wände und Stuckdecken zu finden. Hohe Türen mit (Oberlicht und Schmiedeeisengitter führen zum Hof. Die Holztreppe mit Antrittspfosten und gedrechseltem Geländer leiten dann zu den oberen Geschossen über. Im Vorzimmer und Salon des 1. Obergeschosses sind Reste der ursprünglichen Wandmalereien zu finden. Die romantischen Landschaftsmotive in den Zimmern zur Hofseite sind in anderen Räumen durch abstrakte dekorative Wandmalereien rhythmisch ergänzt. Hohe, mehrteilige Flügeltüren teilen einige Räume, wobei als besonders bemerkenswert noch die mit Gußeisengitter geschmückten Heizkörper im Erdgeschoß und 1. Obergeschoß zu erwähnen sind.
Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt bedeutend, weil es die Erstbebauung des westlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Kölner Neustadt belegt. Die Bebauung nach dem von J. Stübben und K. Henrici 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Gereonswall und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher Bestimmung entstehen. Rasterförmig um die Verkehrsschneiden der Gereonsstraße und Gladbacher Straße und an beiden Seiten der Ringachse entstanden kleinere, topographisch klar ablesbare ruhigere Wohnstraßen und Wohnplätze für Bewohner mit mittleren und gehobenen Ansprüchen. Zu diesen kann man auch die ursprüngliche Bebauung rund um die Christuskirche zuordnen.
Städtebaulich ist das o. beschriebene Wohnobjekt nur in Verbindung mit den Nachbarhäusern zu bewerten. Das teilweise noch gut erhaltene Straßenensemble vermittelt in origineller Weise das Erscheinungsbild der Gründerzeitarchitektur. Die seltsame Häuserreihe der Werderstraße und einige anknüpfende Wohnhäuser sind in engem Zusammenhang zum Ausbau der Christuskirche und Gebäuden der Herwarthstraße aus derselben Zeit zu betrachten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0