Wohnhaus
Am Krieler Dom 1 · Sülz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4488 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Am Krieler Dom 1, 50935 Köln |
| Baujahr | um 1928 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.03.1988 |
| Stadtteil | Sülz |
Die Einfamilienhäuser bilden 11 Blöcke von 3 oder 4 Häusern. Die Durchbrechung der Häuserzeile und die damit geschaffene Durchsicht lockerte ebenso wie die Vor- und Rückstaffelung von Baukörpern den Straßenraum auf. Die diagonale Anordnung der turmartigen Eckbauten mit überkragendem Flachdach gliedert die Siedlung rhythmisch und verhindert damit den Eindruck der Monotonie. Die ausgeprägte kubische Bauweise der flachgedeckten, in Backstein ausgeführten Hausblöcke ist ein auffallendes Gestaltungsmerkmal der Siedlung. Die Klarheit der Bauten resultiert auch aus dem flächigen, schmucklosen Aufbau der Hausfassaden, der von wandgleich eingepaßten Fenstern betont wird. Lediglich ein sehr flaches, weitvorspringendes Vordach jeweils über der Haustür gibt der Straßenfront einen feinen plastischen Akzent. Auf der Gartenseite wird die Fassade der Gebäude von einer Terrasse mit breiter Treppe gegliedert. Der gehobene Wohnanspruch drückt sich in der Wohnungsstruktur (6 bis 7 Zimmer, Bad, Toilette im Erdgeschoß, Luftheizung) aus. Weitgehend ist die ursprüngliche Hausausstattung noch vorhanden (Zimmertüren, Holztreppe mit Geländer, z. T. auch eingebaute Schränke, Terrazzoboden im Flur); z. T. besitzen noch die Häuser ihre originalen Eingangstüren und dreigeteilten Fensterrahmen.
Die kubische Bauweise, die Flächigkeit der Fassaden, Flachdachung und Dekorlosigkeit weisen die Siedlung als ein Bau-Beispiel des Funktionalismus aus. Sie nimmt im Kölner Raum insofern eine Sonderstellung ein, da sie die einzige Siedlung dieses Stiles ist, die in Backstein ausgeführt wurde, und damit eine traditionelle Bauweise in den Formen des Funktionalismus weitergepflegt wurde.
In Ihrer Erscheinung ergänzt und bereichert die Siedlung die durch spezielle Sozialbindungen bedingte Siedlungsarchitektur der Stadt Köln, die besonders in den 1920er Jahren einen Höhepunkt erreichte; Köln zählte neben Berlin, Frankfurt a. M., Hamburg und Magdeburg zu den führenden Städten in diesem Architekturbereich.
Die Siedlung zeigt noch weitgehend ihr ursprüngliches Erscheinungsbild. Veränderungen betreffen zumeist Einzelteile (teilweise Vergrößerungen der Wandöffnungen im Dachgeschoß, Auswechslung der Haustüren oder der dreiteiligen Fensterrahmen), die noch nicht die Gesamtkonzeption der Anlage in Frage stellen. Der hohe Baustandard bewahrte die Häuser bisher vor zu tief in die Substanz eingreifenden, entstellenden Modernisierungsmaßnahmen. Doch selbst der Wiederaufbau zerstörter Häuser geschah in den vorgegebenen Formenelementen; selbst in der Ausnahme Goldenfelsstr. 2 wurde der Bau in Proportion, Geschoßgliederung und Dachform in das Siedlungsenesemble einbezogen.
In der klaren, sachlichen Baukonzeption der Siedlung wird die Wirkung sichtbar, die von den vorbildlichen Leistungen der Protagonisten des "Neuen Bauens" in der Siedlungsarchitektur, Ernst May (vgl. Siedlungen "Höhenblick", Praunheim und "Römerstadt" in Frankfurt a. M.) und Bruno Taut (vgl. Siedlung Onkel-Toms-Hütte/Berlin-Zehlendorf), ausging. Desweiteren wirkten beispielgebend die im Stil des Funktionalismus gehaltenen Siedlungen Köln-Zollstock und Köln- Buchforst/"Blauer Hof" von Wilhelm Riphahn auf das Bauwesen der Stadt. In diesem Zusammenhang wird die baugeschichtliche Bedeutung der Kleinsiedlung Am Krieler Dom/Goldenfelsstraße offensichtlich.
Ortsgeschichtlich dokumentiert es als Bestandteil der Reihenhaussiedlung Am Krieler Dom 1 - 35, 2 - 40/Goldenfelstr. 4 - 6 a die Entwicklung des Kölner Vorortes Sülz im Jahre 1929. Dieser 1888 nach Köln eingemeindete Vorort dehnte sich besonders in den 1920er Jahren über den Sülzgürtel in Richtung Militärring aus, wobei vorrangig Miethaussiedlungen und Einfamilienhäuser entstanden. Die auf Reichsheimstätten-Gelände errichteten Einfamilienhäuser wurden in Form von Reihenhaussiedlungen angelegt, u. a. die o. g. Kleinsiedlung. Ihr Vorortcharakter drückt sich aus einerseits in der Führung der schmalen, abknickenden Straßen, die sich in ihrem Schnittpunkt platzartig erweitern, andererseits in Proportion und Höhe der mit Vor- und Hausgärten ausgestatteten, in der Regel 2 1/2 geschossigen und in Eckbauten 3-geschossigen Häuser. Der Siedlung entstand auf einer ehemaligen Kiesgrube; die Straße wurde aufgeschüttet.
Städtebaulich und baugeschichtlich bedeutend ist die Siedlung als Gesamtwerk in ihrem Bebauungsplan und Baustil. Als Merkmale sind zu nennen: Anpassung der Siedlung ans Gelände; lebendige Linienführung der Straßen (Abknickung, Platzbildung); Gestaltung des Straßenraumes durch Vorgärten und rhythmische Gliederung der in Blöcke zusammengefaßten Häuser; Bauausführung im Stil des Funktionalismus.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0