Wohn- u. Geschäftshaus
Limburger Straße 13 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4577 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Limburger Straße 13, 50672 Köln |
| Baujahr | 1884 bis 1885 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.04.1988 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Wohnhaus wurde 1884/85 errichtet. Baukünstlerisch bewahrt das hohe, 4-geschossige traufständige Wohn- und Geschäftshaus die Erinnerung an das in Köln Mitte des 19. Jahrhunderts noch allgemein verbreitete rheinische Dreifensterhaus mit den dicht aufeinander zusammengezogenen Achsen. Die hohen Fenster und die der Hofanlage deuten aber die neuen Wohnungsgrundrisse mit mehr Wohnraum und die zur Jahrhundertwende anspruchsvolleren Erwartungen der Bewohner an. Das umgebaute EG, das jetzt mit Kachelbelag verkleidet ist, trägt eine stilistisch eindeutige spätklassizistische Stuckfassade. Die Fenster des 1. OG sind durch Schlußsteine und Zierleisten plastisch, die Fenster des 2. OG nur flach gerahmt und bekrönt. Die Doppelziehung von Brüstungsgesimsen, die teilweise zu Sohlbänken umgewandelt sind, ermöglicht in den so entstandenen Zierfeldern im 2. OG gerillte Konsolen und unter dem Kranzgesims einige flache geometrische Einschnitte zu plazieren. Der an dem Nachbarhaus (Nr. 11) noch stark betonte Gesims war hier beim Umbau der Dachzone ziemlich vereinfacht worden.
Im Hausinnern ziehen die Aufmerksamkeit auf sich: die alte Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer sowie der alte Bodenbelag aus Holzlatten. Einzelne Fenster im Treppenhaus und in dem obersten Geschoß sind noch in ursprünglicher Fassung zu finden. Dem Hauptbau folgt im Hof ein jetzt nur noch zwei- bzw. eingeschossiger Seitentrakt. An der Hinterfassade aus farbigen Klinkern sind noch die Bogenwölbungen sowie die Sohlbänke aus Werkstein als Fensterrahmungen zu sehen.
Ortsgeschichtlich ist das o. g. Bauobjekt bedeutend, weil es die Erstbebauung des westlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Kölner Neustadt dokumentiert. Die Bebauung nach dem von J. Stübben und K. Henrici 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Mauritiuswall und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher sozialer Bestimmung entstehen. In der Limburger Straße, dem ganzen Belgischen Viertel entsprechend, entstanden vor allem Wohn- und Geschäftshäuser für Bewohner mit mittleren bis gehobenen Ansprüchen. Die unmittelbare Nähe zur Ringstraße bewirkte dabei die bewußte Absetzung gegenüber den repräsentativen Prachtbauten, eine oft nach außen getragene Bescheidenheit und Anknüpfungen an die gegebene ältere Bautradition.
Städtebaulich muß man bemerken, daß der historische Straßenzug, der an die letzte Welle des Kölner Klassizismus erinnert, nur teilweise erhalten geblieben ist. Neben dem Nachbarhaus Nr. 11 ist in besserem Zustand bewahrt noch die gegenüberliegende Hausfront mit den Fassaden der Häuser am Anfang (Nr. 2 a und 2 b) und in der Mitte (Nr. 16 - 20) der Straße. Das Erscheinungsbild der Gründerzeit ist so noch partiell anschaulich und erlebbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0