Wohnhaus

Bonner Wall 2 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4584
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Bonner Wall 2, 50677 Köln
Baujahr1904
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 10.05.1988
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Gebäude wurde 1904 errichtet. Baugeschichtlich aussagefähig ist das 5-geschossige, 2-achsige Traufenhaus mit Giebelgeschoß und 3 Balkonen als Beispiel einer Backsteinbauweise mit Stuckgliederungen aus dem Formenrepertoire des Jugendstils. Der Erdgeschoßbereich ist durch rustizierten Quaderputz strukturiert und durch ein Fenstersohlbankgesims abgeschlossen.

Über den Fensterstürzen des 3. Geschosses wird die Fassade durch das Wechselspiel von vertikal orientierten Putzflächen zwischen Backsteinverbänden blebt. Der Jugendstildekor zeigt sich insbesondere im Brüstungsfeld des 3. Obergeschosses, in den drei jeweils verschiedenartig gestalteten schmiedeeisernen Balkongeländern sowie in der Portalbekrönung.

Die Fensterstürze sind gerade, flach- und rundbogig; der Knickgiebel mit doppeltem Abschlußgesims weist eine Drillingsfensteranordnung auf.

Die Rückfassade aus Backstein besitzt ebenfalls noch die originalen Balkongeländer. Eine weiß geschlämmte Hofmauer begrenzt das Grundstück.

Im Innern des Hauses ist an originalen Ausstattungsteilen u. a. noch erhalten: inkrustierter Terrazzofußboden mit Mosaikkante im Flur und auf den Podesten, kannelierter Stützbogen, Stuckkehlen, Pfeiler mit Maskenstuck, Terrazzotreppe, gedrechseltes umlaufendes Geländer nebst Antrittspfosten und einer, den Treppenlauf begleitenden Sockel- und Wandelleiste, Podesttüren, 4-teilige Wohnungstürabschlüsse mit kleinteiligen Oberlichtern, Keller- und Hoftür (verkleidet) sowie Flurfenster.

Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt ein Zeugnis der zwischen 1881 und 1910 durchgeführten einmaligen Erweiterung der Wohngebiete Kölns, die in der zweiten Welle auch das Gebiet der Südstadt erfaßte. Der sog. Bonner Platz, der die überragende räumliche Wirkung des Chlodwigplatzes nachklingen läßt, erschließt die Umgebung der südlichen Neustadt sternförmig in sechs Richtungen. Während die zum Chlodwigplatz und Severinstor führenden Queradern der Verbindung mit Geschäfts- und Gesellschaftsleben gewidmet sind, sind die mit dem Stadtkern des Severinstores parallel angelegten Straßenachsen vorwiegend als Wohngebiete für Bürger mit mittleren oder höheren Wohnansprüchen bezeichnend.

Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als ein historisches Bauwerk, das die Denkmäler in naher Nachbarschaft an der Kreuzung Bonner Straße einleitet und mit dazu beiträgt, das ehemalige Erscheinungsbild dieses Straßenteilbereichs anschaulich und erlebbar zu machen.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0