Wohn- u. Geschäftshaus
Theodor-Heuss-Ring 34 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4592 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Theodor-Heuss-Ring 34, 50668 Köln |
| Baujahr | 1897 bis 1898 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.05.1988 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Wohn- und Geschäftshaus ist 1897/98 inschriftlich datiert. Baukünstlerisch bezeugt das 4-geschossige Eckhaus zur Clever Straße mit einem Souterraingeschoß und später aufgesetztem Attikageschoß die letzte Welle der Kölner Historismusbauten. An einem hohen bossierten Werksteinsockel entfaltet sich zu beiden Straßenseiten regelmäßig (5:4 Achsen mit abgeschrägter Ecke) eine prachtvolle Putzfassade mit reichen Stuckgliederungen. Die im Erdgeschoß stark rustizierten Einschnitte sind in oberen Stockwerken durch zarte Fugenbosse abgelöst. Die vier Doppelgesimse betonten die Baugliederung horizontal; während der zweistöckige Erker zum Theodor-Heuss-Ring, getragen durch einen riesigen Muschelpfeiler und Konsolen, sowie der parallel an der Ecke eingesetzten zweistockigen Balkonen mit ionischen Säulen und monumentale Hauswappen und Zierschildern (im Erdgeschoß mit dem FestonPortrait des Kaiser-Herrschers) für die senkrechte Ausbalancierung und Pointierung sorgen.
Auf die Rundbogenfenster des Erdgeschosses mit erhaltenen noch ursprünglichen Ladenfenstereinschnitten folgen die allseitigen Volutenrahmungen der Fenster des 1. und 2. Obergeschosses und die einfachen geradlinienartigen Fenstereinschnitte des 3., bzw. 4 Obergeschosses. Die Brüstungs- und Sturzfelder der Fenster des 2. und 3. Stockwerkes sind sowohl zum Ring, wie zur clever Straße mit Wellenbänder, auskippenden Brüstungen aus Blumenschmuck und anderer Ornamentierung, gleichmäßig verziert. Die an Balkonen der mittleren Reihe und dem Erker raufgesetzten Balkongitter wiederholen sich durchgehend an dem einfach gestalteten Laubengang des obersten Geschosses.
In dem Hausinneren dominiert der herrschaftliche Treppenaufgang und die Marmorvertafelung des Foyers in hellgrauem Ton. Die schwungvolle Terrazzotreppe ist durch das durchlaufende Schmiedeeisengitter begleitet. Die ebenfalls mit Gittern versehenen Rundbogenfenster des Treppenhauses stammen aus der Erstbebauungszeit. Die schlichte Archivolterahmung der Fenster zeigt hier an die Baustilistik der Übergangsepoche zur Moderne, die schon die Jahrhundertwende bestimmte. In einzelnen großräumigen Wohnungen sind Stuckdecken mit einfachen geometrischen Rundeinschnitten erhalten geblieben.
Ortsgeschichtlich ist das o. g. Bauobjekt Zeugnis der nach 1881 ausgeführten Stadterweiterung von Köln, wobei die ursprüngliche "Ringstraße" das Kernstück der halbkreisförmig um die Altstadt angelegten einmaligen urbanistischen Neugründung war. Der sechs Kilometer lange Prachtboulevard war von seinen Planern, den Aachener Architekten Josef Stübben und Karl Henrici, als einer "Kette festlicher Räume" in zehn Abschnitten von unterschiedlicher Breite und Gestaltung, angelegt. Auch in dem unteren Teil der Ringe, zu dem auch das beschrieben Haus gehört, waren die repräsentativen Bauten für eine oder mehrere Familien, bevorzugt. Die Einmaligkeit von den meisten dieser prachtvollen Wohnhäuser, in denen sich eine Epoche der Kulturgeschichte Rheinlands und des Städtebaus überhaupt spiegelt, hat sich durch folgende Umbauten und Sanierungen, besonders dann durch die enormen Zerstörungen des 2. Weltkrieges außerordentlich erhöht.
Städtebaulich ist die beherrschende Wirkung des o. g. Bauobjektes und die großangelegte stilistische Akzentuierung, sowohl zum Ring, wie zur Clever Straße, notwendig hervorzuheben. Beide wirkungsvolle Seitenfronten des Hauses bewahren und integrieren die am Ort gegebene historische Überlieferunge und ermöglichen so das Erscheinungsbild der Baugeschichte der Kölner Gründerzeit nach Maß, Material, Form und allgemein üblicher Verzierung bis heute anschaulich und voll erlebbar zu machen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0