Wohn- u. Geschäftshaus

Kartäuserhof 4 · Altstadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4606
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Kartäuserhof 4, 50678 Köln
Baujahr1880 bis 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.05.1988
Stadtteil Altstadt/Süd

Das Wohnhaus wurde 1880 - 90 gebaut. Baugeschichtlich ist das niedrige traufständige Wohnhaus bedeutend, weil es die Typenreihe der rheinischen in drei Achsen angelegten Fensterhäuser belegt. Die traditionelle Symmetriebestrebung zeigt sich in der Hervorhebung der mittleren Achse von Fenstern durch Dreieckgiebel - bzw. gerade Verdachungen. Die zarte Rustikagliederung, die bis zum 2. OG reicht, knüpft an die drei stark verkröpften Brüstungsgesimse an und sorgt für den waagerechten optischen Ausgleich. Im Hausinnern muß man auf die ursprüngliche Holztreppe mit eintsprechendem Geländer, auf den Terrazzofußboden und andere Baueinrichtungen aus der Erstbewohnerzeit hinweisen. Im Dachgeschoß an der Rückseite hat sich ein kleines, sehr seltenes Fenster erhalten. Ebenfalls erhalten sind Dachgauben.

Ortsgeschichtlich ist das o. g. Gebäude wichtig, weil es die Erstbebauung der Umgebung des Kartäuserklosters und seiner Anlagen belegt. Die erste Kölner Niederlassung des vom Hl. Bruno von Köln 1304 bei Grenoble gegründeten Kartäuserordens erfolgte 1334. Das Kölner Kloster, das seit 1393 als Kirche geweiht war, bestand bis 1794. Der Klosterbezirk mit seinen vielfältigen Bauteilen war bis zur Reformationszeit eine bedeutende Stätte der Mystik, zugleich aber auch eine Wiege der Buchproduktion. Verschiedene gewerbliche und gemeinnützige Anlagen, zu denen man in der Säkularisationszeit auch das von Klosterbauten umgebaute Militärlazarett zählte, reichten bis in den als Wohnanlage für Bürger mit mittleren Ansprüchen angelegten "Kartäuserhof". Die in der letzten Phase vor der Stadterweiterung 1881 systematisch besiedelte gerade Straßenflucht dokumentiert die Spätzphase der Erschließung der südlichen Randgebiete der Kölner Altstadt.

Städtebaulich bildet das o. g. Wohnhaus mit dem Nachbarhaus Nr. 2 die urbanistische Akzentuierung der Straßenecke. Die geschlossene Zeile von niedrigen Wohngebäuden, die durch schonungslose Umbauten in einigen Abschnitten von Köln schon zerstört ist, vermittelt noch bis heute ein abwechslungsreiches Bild der spätmittelalterlichen Stadtansiedlung.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0