Wohnhaus
Trimbornstraße 9 · Kalk
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4659 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Trimbornstraße 9, 51105 Köln |
| Baujahr | 1897 |
| Architekt / Planung | Robert Zimmer |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 27.06.1988 |
| Stadtteil | Kalk |
Das laut Adreßbuch 1897 vom Architekten Robert Zimmer errichtete Wohnhaus besitzt eine 4-geschossige Stuckfassade von 4 Achsen, die im Stil der italienischen Hochrenaissance oder des Frühbarocks gehalten ist. Die Fenster sind gleichmäßig gereiht, eine starke Spannung wird in die Fassade durch das Fehlen der mittleren Übergiebelung des 1. Obergeschosses hineingebracht. Hier war ursprünglich über den beiden gekuppelten Fenstern ein gesprengter Dreiecksgiebel angeordnet. Im Geschoß darüber werden die beiden Mittelachsen durch ein ähnliches Motiv, eine gesprengte Rundbogenüberdachung, betont. Die Seitenachsen, in der Belétage mit plastischen Rundbogenverdachungen überfangen, werden im 2. Obergeschoß weniger betont. Bei den nach oben hin abnehmenden Dekorationsaufwand bleibt das letzte Obergeschoß bis auf Stukkumrahmungen der Fenster schmucklos. Das rustizierte Erdgeschoß besitzt einen seitlichen Hauseingang, Zeichen eines einhüftigen Hausgrundrisses.
Ein Geschoß- und ein Sohlbankgesims über dem Erdgeschoß, sowie Sohlbankgesimse in den Obergeschossen gliedern das Objekt horizontal. Die Fenster sind original, die Haustüre wurde erneuert.
Im Innern zeigt der Hausflur den originalen Bestand mit Dekkenstuck, Fliesenboden, Stützbogen und Holztreppenhaus mit Antrittspfosten. Auch die Wohnungen behielten ihre historischen Stuckdecken, Wohnungs- und Zimmertüren.
Der Industrievorort Kalk entwickelte sich explosionsartig in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts von einer Ansammlung von 3 Höfen mit Wallfahrtskapelle zu einer dichtbesiedelten Arbeiterstadt mit zahlreichen Fabriken von diesen sind als bedeutendste noch heute die Chemischen Werke Kalk und Klökkner-Humboldt-Deutz (früher Firma Liesegang) tätig.
Außerhalb des Befestigungsrayons von Deutz entstanden die Straßen teilweise in Ausbau der alten Flurwege, teilweise, wie die Trimborn-, Robert- und Johann-Mayer-Straße als neue Trassierung auf den Feldern der Bauern, hier der Erben Trimborn, die auch den Ausbau der Straßen und die Errichtung des Postgebäudes finanzierten. Das o. g. Gebäude ist Zeugnis dieser Straße und spiegelt die stilistischen Prinzipien des Historismus wider.
Städtebaulich ist das Objekt Teil des noch überaus vollständig erhaltenen Straßenraumes und der Erstbebauung der Trimbornstraße, für den es maßstabbildend ist. Es bildet mit den gleichzeitig erbauten Nachbarhäusern von 3 - 36 ein städtebauliches Ensemble.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0