Wohnhaus
Neuhöfferstraße 26 · Deutz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6018 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Neuhöfferstraße 26, 50679 Köln |
| Baujahr | 1914 |
| Architekt / Planung | August Drexel |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.05.1991 |
| Stadtteil | Deutz |
1914 errichtet, Architekt: August Drexel; Teil einer 4-5geschossigen Wohnhausanlage mit zurückspringendem Gebäudeteil und davorliegender Grünfläche mit altem Baumbestand; Putzfassade mit Gliederungen, im Grundriß trapezförmiger Erker, Mansarddach. Loggien, Fenster im EG mit Segmentbogen, ovales Oberlicht über Hauseingang, Fenster weitestgehend erneuert und Gliederung verändert, Haustür erneuert.
Im Innern original erhalten: im Vestibül Kacheln; im Flur und auf den Treppenpodesten rot umrandeter Terrazzoboden, Terrazzotreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten, Dielenfußböden.
Rückseite: Putzfassade, Fenster weitestgehend erneuert, orig. Hoftür.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen und für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche, volkskundliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Das 1914 errichtete Gebäude ist Zeugnis der Deutzer Stadterweiterung, die sich in den Jahren ab 1907 vollzog, nachdem durch die Niederlegung der preußischen Befestigungsanlagen Bauland gewonnen worden war. Das städtebauliche Konzept richtete sich in der Form nach der Anlage der Kölner Neustadt, indem um den Altstadtkern breite Ringstraßen mit repräsentativen, 4-5geschossigen Bauten gezogen wurden. Gleichzeitig aber förderte die allgemeine Wohnungsnot in Köln und seinen Stadtteilen immer mehr den Bau von größeren Wohnkomplexen auf genossenschaftlicher Basis. In Deutz entstanden Siedlungen, die sich zunächst stilistisch eng an die gleichzeitigen Einzelwohnhäuser anlehnen, wie z. B. die beiden größeren Einheiten an der Barmer Straße 1-23 oder die Wohnanlage auf dem Gelände der ehemaligen preußischen Kasematten.
Das Haus Neuhöfferstr. 26 ist integraler Bestandteil dieser sich entlang der Neuhöffer- und der Kasemattenstraße erstreckenden Wohnanlage, welche in neoklassizistischem Stil mit mittelbetonten, übergiebelten Achsen, Loggien und sparsamen Gesimsen gestaltet ist. Während die Häuser Neuhöfferstr. 26-28 sowie Kasemattenstr. 12 dem Verlauf der Straßen folgen, werden die Häuser Kasemattenstr. 14-20 nicht in das Schema des sonst üblichen Baublocks mit kantiger oder abgeschrägter Ecke gebracht, sondern werden hinter die Straßengrenze zurückgezogen, wodurch eine platzartige begrünte Erweiterung entsteht, die die gegebenen Proportionen der Straße verändert. Erbauen ließ diesen 7 Häuser und 63 Wohnungen umfassenden Wohnblock der "Beamten-Wohnungsverein zu Köln e. V. GmbH" mit dem Ziel, kinderreichen und minderbemittelten Familien "gesunde und zweckmäßig eingerichtete Wohnungen" zu günstigen Mieten zu verschaffen. Als eines der wenigen noch weitestgehend original erhaltenen Bauten der Deutzer Stadterweiterung und als frühes Beispiel des vor allem in Köln nach dem 1. Weltkrieg zur Architekturaufgabe weiterentwickelten sozialen Wohnungsbaus ist das o. g. Objekt daher ein unverzichtbares Denkmal.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0