Wohn- u. Geschäftshaus

Lintgasse 14 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6036
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Lintgasse 14, 50667 Köln
Baujahr1501 bis 1600, 1701 bis 1800, 1940 bis 1942, 1965 bis 1966
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.05.1991
Stadtteil Altstadt/Nord

Haus "Zum Gyr". 16. Jahrhundert, Fassade 18. Jahrhundert, Umbau ca. 1940/42 (Architekt: Karl Colombo). 1965/66 Wiederaufbau. 4 Geschosse, 4 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß. Putzfassade mit Werksteingliederungen; Rundbogenportal vom Haus Neumarkt 18 (1696). Fenster und Haustür verändert. Rückseite: Putzfassade mit Werksteingliederungen, eingeschossiger Anbau. Inneres verändert. Erhaltenswert ist der mittelalterliche Gewölbekeller: hohe Ziegelgewölbe mit sechs Stützen.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die Kölner Altstadt wurde im Zweiten Weltkrieg zu nahezu 90 % zerstört. Überwiegend in den 50er, teilweise in den 60er Jahren wurde das Gebiet um Groß St. Martin und um den Alter Markt nach einheitlichen Gesichtspunkten und als historischer Altstadtbereich wiederaufgebaut bzw. neu erbaut. Das o. g. Gebäude ist ein wichtiger integraler Bestandteil dieses Ensembles. Die Lintgasse, an der es errichtet wurde, verbindet die Straße Unter Käster mit dem Buttermarkt und präsentiert rechtsseitig ein weitgehend geschlossenes Straßenbild. Sie gehörte zum Einzugsgebiet des Fischmarktes, denn hier wurden die aus Lindenbast geflochtenen und mit Lindenbastseilen verschnürten Fischkörbe angefertigt und noch bis zum frühen 20. Jahrhundert gehandelt. Das auf ein mittelalterliches Haus, genannt "Zum Gyr", zurückgehende Gebäude des 16. bzw. 18. Jahrhunderts wurde 1940/42 im Zuge der Altstadtsanierung durch den Architekten Karl Colombo umgebaut. 1965/66 wurde es nach starken Kriegszerstörungen unter Beibehaltung der am Mittelalter orientierten Fassadengestaltung der NS-Zeit wiederhergerichtet. Das Gebäude, dessen hoher Gewölbekeller zu den wenigen erhaltenen mittelalterlichen Räumen in Köln gehört, paßt sich somit harmonisch in den städtebaulichen Kontext ein, der aufgrund der Wahrung der alten Maßstäblichkeit das historische Bild dieses Altstadtbereichs faßbar werden läßt. Es wird daher zu einem unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0