Wohn- u. Geschäftshaus
Mauritiussteinweg 64 · Altstadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6164 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Mauritiussteinweg 64, 50676 Köln |
| Baujahr | um 1890 bis 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.08.1991 |
| Stadtteil | Altstadt/Süd |
Erbaut um 1890-1900, 4 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit neuerer Gaube, Werksteinfassade (Tuff und Buntsandstein) mit Gliederungen, Maueranker, EG mit gußeisernen, oben durch Rundbögen verbundenen Stützen, Fenster und Tür verändert. Rückseite und seitlicher, einen Innenhof umbauender Anbau verputzt, Fenster verändert. Im Innern original erhalten: im Flur Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten; in den Wohnungen teilweise Dekkenstuck (unter den abgehängten Decken).
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Um 1144 entstand das Benediktinerinnenkloster St. Mauritius an jenem Steinweg, der zwischen der Westmauer der Römerstadt und dem halbverfallenen und als Baumaterial ausgeschlachteten Eifel-Aquädukt angelegt war. Nachdem die Nonnen in der Franzosenzeit Kloster und Kirche hatten aufgeben müssen, wurde die eindrucksvolle romanische Kirche 1802 versteigert und dem Verfall preisgegeben. Anstelle der 1859/60 abgebrochenen Kirche Alt-St.-Mauritius erfolgte dann 1861-64 die Errichtung des heutigen neugotischen Kirchenbaus. In unmittelbarer Nähe zu St. Mauritius und zum benachbarten, 1770-80 errichteten barocken Klosterneubau der Benediktinerinnen, der bereits 1829 von den Alexianerbrüdern erworben wurde, befindet sich das Haus Nr. 64. Um 1890-1900 als Wohn- und Geschäftshaus erbaut, ist es das einzige historische Bürgerhaus, das sich am Mauritiussteinweg erhalten hat. Es weist eine Fassadengestaltung in Werkstein auf, wobei der Buntsandstein farbig vom Tuff abgesetzt wird. Die Maueranker haben hier die Funktion eines die Fassade zusätzlich belebenden und schmückenden Beiwerks. Im Erdgeschoß sind noch die originalen gußeisernen Stützen des ursprünglichen Ladenlokals, eines Korsettgeschäfts, vorhanden. Sie sind profiliert und werden oben durch Rundbögen zusammengefaßt. Das o. g. Gebäude, das zu den wenigen der Kölner Altstadt gehört, die die Zerstörungen des 2. Weltkrieges überdauert haben, wird somit zum unverzichtbaren Dokument. Noch heute veranschaulicht es das historische Erscheinungsbild am Mauritiussteinweg zur Jahrhundertwende.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0