Wohnhaus
Keplerstraße 27 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6276 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Keplerstraße 27, 50823 Köln |
| Baujahr | um 1880 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 31.10.1991 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Um 1880 erbaut; ehemals Wohn- und Geschäftshaus; Eckhaus zur platzartigen Straßenerweiterung. 3 Geschosse, 2:2 Achsen, abgeschrägte Ecke, Dachform verändert. Backsteinfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an die Renaissance. EG in Fugenschnitt. Fenster und Haustür verändert. Ladentür an der abgeschrägten Ecke zugemauert. Rückseite und seitlicher Anbau backsteinsichtig (Rückseite des Anbaus verputzt); Fenster weitgehend verändert. Im Innern original erhalten: in Vestibül und Flur Marmorboden (mit Beschädigungen); Stützbogen mit Stuck; Holztreppe, Holzgeländer mit gedrechselten Stäben und Antrittspfosten. Deckenstuck (Stuckrosette) im EG im ehemaligen Ladenlokal. Pflastersteine auf dem Hof. Nicht zum Denkmal gehören: eingeschossiger Anbau am rückwärtigen Anbau sowie eingeschossige Anbauten am Vorderhaus links und rechts der Hoftür.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Der Stadtteil Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Als 1872 die Venloer Straße umgepflastert werden mußte, legte man im Zuge dieser Maßnahme u. a. auch die Keplerstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, an. Sie hieß damals "Wilhelmstraße" und gehörte zu den ersten gepflasterten Straßen im neuen Vorort. Das Gebäude ist eins der wenigen qualitätvollen Zeugnisse der historischen Bebauung und trägt somit wesentlich zur Veranschaulichung des ursprünglichen Straßenbildes bei. Es wurde an einer platzartigen Erweiterung der Keplerstraße errichtet. Solche Platzgestaltungen, die auch in Neuehrenfeld noch häufiger zu finden sind, waren eine in der Kölner Neustadt vorgebildete städtebauliche Tradition, die zur Auflockerung des Straßenbildes diente und gleichzeitig den Wohnwert des Bereichs erhöhen sollte. Die Orientierung an der gehobeneren Bauweise zeigt sich bei diesem Gebäude auch in der wohl später, nach der Eingemeindung, bereicherten Stuckierung, die vor allem das Erdgeschoß, in dem sich ursprünglich ein Ladenlokal befand, und das 1. Obergeschoß betont. Hier zeigt sich auch das wachsende Repräsentationsbedürfnis der damaligen Bewohner. Als Beleg für die sozialgeschichtliche und architektonische Entwicklung Ehrenfelds sowie für die im späten 19. Jahrhundert errichtete Architektur und ihre stadtteilspezifischen Besonderheiten wird das o. g. Objekt daher zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0