Wohnhaus
Markomannenstraße 11 · Deutz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6332 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Markomannenstraße 11, 50679 Köln |
| Baujahr | 1928 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 06.01.1991 |
| Stadtteil | Deutz |
1928 erbaut, Teil einer 3geschossigen Wohnbauanlage, 2 Achsen, Putzfassade mit Gliederungen, 2geschossiger Erker über trapezförmigem Grundriß verändert, rundbogig abschließender Hauseingang mit profiliertem Gewände. Fenster verändert, Haustür original, ausgebautes Dachgeschoß. Im Innern original erhalten: im Flur weißroter Fliesenfußboden, Differenzstufen in Marmor, 1 läufiger Messinghandlauf, Terrazzo- treppe. Holzgeländer, Terrazzoböden auf den Etagen, Wohnungseingangstüranlagen, Zimmertüren (z. T. mit Beschlägen) und Laibungen, im EG und 1. OG 2flügelige Türen mit Facettenschliffgläsern. Rückseite: neue Putzfassade, Fenster verändert, neue Terrasse, Loggien, Dachgauben.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Das 1937 errichtete Gebäude ist Zeugnis der Deutzer Stadterweiterung, die sich in den Jahren ab 1907 vollzog, nachdem durch die Niederlegung der preußischen Befestigungsanlagen Bauland gewonnen worden war. Das städtebauliche Konzept richtete sich in der Form nach der Anlage der Kölner Neustadt, indem um den Altstadtkern breite Ringstraßen mit repräsentativen, 4-5geschossigen Bauten gezogen wurden. Die erste Phase der Stadterweiterung erstreckte sich auf dem Gelände westlich des Gotenringes und der Justinianstraße. Nach dem 1. Weltkrieg setzte die Bebauung auch östlich des ehemaligen Wallgrabens auf dem früheren Glacisgelände ein. Hier entstanden in den 20er Jahren - wie auch bereits kurz vor dem 1. Weltkrieg in der Kasematten- und Barmer Straße - ausgedehnte Wohnbauanlagen vorwiegend auf genossenschaftlicher Basis. Darin eingebunden sind aber auch vereinzelt Häuser privater Bauherrn, die in der Fassadengestaltung, Geschoßhöhe und Dachform an den Stil der Wohnhausgruppe anknüpfen. Auch obiges Gebäude wurde im Auftrag einer Privatperson errichtet, wobei der Architekt - den originalen Bauplänen zufolge - auch auf die expressionistischen Anklänge der Wohnhausgruppe an der Custodisstraße Bezug nahm, indem er ein Spitzdach auf dem Erker vorsah. Wichtig ist das Haus Markomannenstr. 11 auch als Teil einer auf das Eduarduskrankenhaus bezogenen städtebaulichen Konzeption, bestehend aus zwei spiegelgleich angeordneten Baublocks und einer schloßstraßenartig auf das Krankenhaus zuführenden Mittelachse.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0