Wohnhaus

Leidenhausener Straße 56 · Eil

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6343
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Leidenhausener Straße 56, 51145 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 06.01.1991
Stadtteil Eil

Um 1905 erbaut, traufständig, 2 Geschosse, 3 Achsen, 3fenstriges Zwerchhaus mit geknickter profilierter Traufe sowie abgewalmtem Zwerchdach, Schopfwalmdach, Putzfassade, in der Mittelachse des 1. OG breiter verputzter Balkon auf Konsolen. 2flügelige Haustür mit sprossiertem Oberlicht original, Sprossenfenster unterschiedlicher Form und Größe stilgerecht erneuert. Im Innern original erhalten: im Flur schwarzgerahmter Terrazzoboden mit Mosaikkante und Stern, Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten im EG bzw. Zwischenpfosten im 1. OG, Wohnungseingangstüren, im EG abgerundete Zimmerdecke (Rabitzdecke); Dielenböden nach historischem Vorbild erneuert; Gewölbekeller (Backstein geschlämmt). Rückseite: backsteinsichtig, sprossierte Stichbogenfenster unterschiedlichen Formats sowie Hoftür stilgerecht erneuert, neue Dachgauben. Nicht zum Denkmal gehören der seitliche Anbau an der Rückseite und die Garagen.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Ortsbild von Eil, in dem sich nur wenig alte Bausubstanz erhalten hat, bleibt auch heute noch wesentlich von einer Bebauung an der Frankfurter Straße bestimmt. Bedeutende historische Bauten, wie das Gut Leidenhausen und Schloß Röttgen liegen an der Peripherie des Ortes. Am östlichen Ende der Leidenhausener Straße, einer ebenfalls mit kleinteiliger dörflicher Bebauung geprägten Querstraße zur Frankfurter Straße, bildet obiges Wohnhaus ein für Eil seltenes und daher ortsgeschichtlich bedeutendes Zeugnis aus der Zeit der Jahrhundertwende. Es spiegelt die damals einsetzende Entwicklung wider, wonach Kölner Bürger ihren Wohnsitz im landschaftlich reizvollen Außenbezirken errichteten. Baukünstlerisch kommt einerseits der Jugendstil bei Türen und Fenstern zum Tragen, andererseits zeigt der symmetrische Fassadenaufbau mit mächtigem Balkon in der Mittelachse die Anlehnung an den repräsentativen Landhausstil. An einer Biegung der Leidenhausener Straße bildet das freistehende Haus mit seiner ungewöhnlichen Dachform zudem einen städtebaulich markanten Blickfang am Rand des Urbacher Buschfeldes und des Waldgebietes um Schloß Röttgen - an einem Standort, der nicht zuletzt auch die spätere Nutzung des Hauses als Gaststätte (1925-1942) bewirkte.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0