Wohnhaus
Keplerstraße 44 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6361 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Keplerstraße 44, 50823 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.01.1992 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Um 1890 erbaut. 3 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß. Putzfassade mit Stuckgliederungen im Stil der Renaissance. Fenster erneuert bzw. verändert; Haustür verändert, Glasbausteine neben der Tür und anstelle des Oberlichts; Veränderungen im Sockelbereich. Rückseite und Anbau backsteinsichtig; Fenster weitgehend erneuert, neues großes Fenster in der Anbaurückseite. Im Innern original erhalten: Holztreppe, Holzgeländer mit gedrechselten Stäben und Antrittspfosten; im Keller Gewölbe und Backsteinboden.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Der Stadtteil Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Als 1872 die Venloer Straße umgepflastert werden mußte, legte man im Zuge dieser Maßnahme u. a. auch die Keplerstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, an. Sie hieß damals "Wilhelmstraße" und gehörte zu den ersten gepflasterten Straßen im neuen Vorort. Das Gebäude bildet ein Ensemble mit den Häusern Nr. 40 und 42 sowie der in neuerer Zeit nach dem Original wiederhergerichteten Nr. 46 und trägt somit zum Verständnis der historischen städtebaulichen Situation bei. Es repräsentiert den für Köln charakteristischen Typus des Dreifensterhauses auf L-förmigem Grundriß, der, ausgehend von der Kölner Altstadt, ab den späten 70er Jahren auch in den Außenbezirken Verwendung fand. Hier weist die gestalterische Betonung des ersten Obergeschosses, also der Beletage, auf die Orientierung an der gehobeneren Architektur und somit in gewisser Weise auch auf das Repräsentationsbedürfnis und das wachsende Selbstbewußtsein der Bürger des neuen Kölner Stadtteils hin. Es wird daher zu einem unverzichtbaren Dokument für die um die Zeit der Eingemeindung errichtete Ehrenfelder Wohnbebauung und ihre stadtteilspezifische Ausprägung.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0