Büro- und Geschäftshaus

Neumarkt 1b · Altstadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6406
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungBüro- und Geschäftshaus
Adresse Neumarkt 1b, 50667 Köln
Baujahr1952
Architekt / PlanungClemens Klotz, Hans Hagelüken
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 03.02.1992
Stadtteil Altstadt/Süd

Erbaut 1952, Architekten Clemens Klotz, Hans Hagelüken; 6geschossiger Baukörper mit Flachdach, rückwärtig ab dem 1. OG L-förmig einen Innenhof umbauend und mit einer hier anschließenden 3-5geschossigen Rückbebauung auf winkelförmigem Grundriß mit Flachdach (bis zur Kronengasse reichend); Fassade zum Neumarkt: breit angelegter Balkon mit originaler Brüstung aus Kunstschmiedegitter (2. OG), fassadenbreite Loggia mit originalen Brüstungsgittern zwischen den schlanken Stützen (5. OG), Fassadenverkleidung mit rötlichen Kunststeinplatten und mit plastischem Schmuck, EG teilweise verändert (ursprünglich mit Passage), Hauseingangsbereich mit der Wandverkleidung in Kunststein, den Reliefs und der Vitrine weitgehend original, Haustür, Ladentür und Loggientüren sowie Fenster weitgehend verändert. Rückseite und Fassaden der rückwärtigen Gebäudeteile verputzt, Fenster, Türen und Tor weitgehend verändert. Im Inneren original erhalten: im Flur dunkler Kunststeinfliesenboden, Eisenbetontreppe mit dunklem Kunststeinbelag und Metallgeländer, Wandvertäfelung mit rötlichem Kunststein (mit Ausnahme des EGs nur in der Sockelzone), teilweise Türlaibungen mit rötlicher Kunststeinumfassung.

Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauungsphase nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges, geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet. Das o.g. Objekt wurde 1952 nach Plänen der Architekten Clemens Klotz und Hans Hagelüken als Büro- und Geschäftshaus für die Deutsche Beamten-Lebensversicherung errichtet. Es ist integraler Bestandteil der weitgehend in den 50er Jahren neugestalteten Ostseite des Neumarktes, wobei sich hier - wie auch an der Nord- und Westseite- eine Fassadenbehandlung in Werk- oder Kunststein, die unter Bezugnahme auf die die Westseite dominiernde romanische Kirche St. Aposteln bereits in den 30er Jahren Bestandteil der Planungen war, als wichtiges Merkmal herauskristallisieren läßt. So verfügt das o.g. Objekt über eine aufwendig gestaltete Fassadenverkleidung mit rötlichem Kunststein, die sich durch den von Willy Meller ausgeführten bildhauerischen Schmuck zusätzlich hervorhebt. Plastizität erlangt das o.g Gebäude auch durch den die Axialsymmetrie betonenden, repräsentativen Balkon im 2. Obergeschoß sowie durch das zurückgesetzte 5. Obergeschoß mit der davorliegenden fassadenbreiten Loggia. Deren schlanke Rundstützen nehmen die Vertikalbetonung des Rasters auf. Das o.g. Objekt, das ursprünglich als wesentlich monumentalerer Bau mit dominierendem Turm vorgesehen war, ist als besonders qualitätsvolles Bauwerk der Architektur der frühen 50er Jahre unbedingt erhaltenswert. Auch als wichtiges Werk von Clemens Klotz, im Dritten Reich einer der führenden Architekten und Vertreter der "Traditionellen Moderne", wird das o.g. Gebäude zum unverzichtbaren Dokument, das hier Kontinuität und Weiterentwicklung anschaulich macht.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0