Wohnhaus
Düsseldorfer Straße 8 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6414 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Düsseldorfer Straße 8, 51063 Köln |
| Baujahr | 1908 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 06.03.1992 |
| Stadtteil | Mülheim |
1908 erbaut; 4 Geschosse, 1 Attikageschoß, 3 Achsen, 3geschossiger Erker mit aufgesetztem Balkon sowie Ziergiebel in der Mittelachse, Putzfassade mit Stuckgliederungen im Jugendstil (teilweise beschädigt). Originale Haustür und Fenster. Im Innern original erhalten: im Flur ornamentierter Terrazzoboden, Differenzstufen, mehrfarbige Wandfliesen im Jugendstil bis zur halben Wandhöhe, Stuckdekor an der Decke und am Stützbogen, Terrazzotreppe mit Holzgeländer und barockisierendem Antrittspfosten sowie Profilleiste in halber Wandhöhe, fast alle Wohnungseingangstüren mit Laibungen (weitgehend mit orig. Beschlägen), zahlreiche Zimmertüren, Stuckdecken, im EG originale weiß-blaue Wandfliesen in der Küche. Rückseite: backsteinsichtig, zwei seitliche Anbauten, Fenster weitgehend original.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Mülheim, bis 1914 selbständige Stadt, hatte sich im 19. Jahrhundert von einer Gewerbestadt zu einem industriellen Vorort Kölns entwickelt. Als Folge dieser Industrialisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung und einen Bevölkerungszuwachs, der zur schnellen Bebauung des bis dahin freien Geländes entlang der Hauptstraßen und in der Nähe seiner Industrieanlagen führte. In der Nähe zum Rhein entstand zwischen dem Stammheimer Ufer und der als Allee angelegten Düsseldorfer Straße ein eigenständiges Villenviertel, das noch heute an der dortigen offenen Bauweise erkennbar ist und durch einige erhaltene Denkmäler dokumentiert wird (Nr. 27, 28, 29). Stadteinwärts verdichtete sich die Bebauung mit 4geschossigen Mietstockwerkbauten, die zwischen 1905 und 1910 erbaut, mit individuellen und aufwendig gestalteten Jugendstilfassaden versehen waren. Obiges Gebäude ist integraler Bestandteil eines solchen ortsgeschichtlich wichtigen Ensembles, das im Kreuzungsbereich der Mülheimer Freiheit das historische Bild der Düsseldorfer Straße in ihrem südlichen Abschnitt veranschaulicht und daher auch städtebaulich von großer Bedeutung ist. Der bevorzugten Wohnlage entsprechend dokumentiert obiges Wohnhaus eine an großstädtischer Architektur orientierten Bauweise, die durch eine breite Achsengliederung und einen dominierenden Erker zum Ausdruck kommt. Die repräsentative Wirkung wird zudem durch die mächtigen Erkerkonsolen betont, die bereits auf den kommenden Neoklassizismus hinweisen. Im Gegensatz dazu und gegenüber der strengen, im geometrischen Jugendstil gestalteten Fassade setzt der spitz zulaufende Ziergiebel einem auflockernden Akzent. Letzterer ist außerdem verbindendes Element zu den Nachbarhäusern Nr. 4 und 6, die gleichfalls mit einem geschwungenen Ziergiebel versehen sind und mit obigem Gebäude sowie den Häusern Nr. 2 und 10 ein in Mülheim seltenes Ensemble großstädtisch geprägter Jugendstilhäuser bildet.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0