Wohn- u. Geschäftshaus
Philippstraße 48 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6469 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Philippstraße 48, 50823 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.05.1992 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Um 1890 erbaut. 3 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß. Stuckfassade mit Dekorationselementen im Stil der Renaissance. Haustür und Fenster verändert. Rückseite backsteinsichtig, neuerer Toilettenanbau verputzt; Hof überbaut (mit Nr. 46 a verbunden). Im Innern original erhalten: im Vestibül und Flur ornamentierter Fliesenboden (mit Beschädigungen), Deckenstuck im Vestibül, Stuck am Stützbogen und ebenso hinter dem Stützbogen im vorderen Flurbereich; Holztreppe, Holzgeländer mit gedrechselten Stäben (Antrittspfosten verändert); vereinzelt Wohnungseingangstüren, einige Zimmertüren.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Der Stadtteil Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Die Philippstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, entstand als einer der ersten und weitgehend bis zur Jahrhundertwende bebauten Straßenzüge Ehrenfelds. Mit ihrem Namen erinnert sie an die erste Fabrik Ehrenfelds, die Tapetenfabrik von Philipp Hoffmann, die 1845 im Eckbereich Venloer-/Philippstraße gegründet wurde. Das Gebäude gehört in diesem Straßenzug zu den wenigen Zeugnissen der historischen Bebauung, die die Kriegszerstörungen überdauert haben. Durch die vergleichbare Ausbildung des Hauses mit dem Nachbarhaus Nr. 46 a wird beiden Objekten eine auf größere Wirkung abzielende Fassung gegeben. Gemeinsam mit dem Häuserpaar Nr. 42 und 44 und dem gegenüberliegenden Ensemble Nr. 45-49 trägt das Gebäude zum Verständnis des ursprünglichen Straßenbildes bei. Mit seiner relativ aufwendigen Stuckfassade veranschaulicht es den Einfluß der innerstädtischen Bebauung und den Gestaltungsreichtum der gründerzeitlichen Architektur und gibt zugleich Aufschluß über das wachsende Selbstbewußtsein und das Repräsentationsbedürfnis der damaligen Bewohner, die das äußere Erscheinungsbild ihrer Häuser dem der Kölner Neustadt anpassen wollten. Als Hinweis auf die sozialgeschichtiche Entwicklung Ehrenfelds sowie als Beispiel für seine Wohnbebauung und ihre stadtteilspezifische Ausprägung wird das o. g. Gebäude daher zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0