Wohnhaus

Pohligstraße 12 · Zollstock

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6513
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Pohligstraße 12, 50969 Köln
Baujahr1926 bis 1929
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 22.05.1992
Stadtteil Zollstock

Erbaut 1926-29 von den Architekten Adolf Haug, Leopold Schweitzer, Theodor Wilkens, Fritz Fuß; Bestandteil des dreieckig angelegten, 3 Straßenzüge (Pohligstraße 2-12, Höninger Weg 62-70, Weyerstraßerweg 105-113) umfassenden Wohnblocks mit 6 integrierten Ladenlokalen und gemeinsam begrüntem Innenhof. Rechte Hälfte des axialsymmetrisch aufgebauten Eckgebäudes Pohligstr. 12/Weyerstraßerweg 113 mit Vor- und Rücksprüngen; 6 Geschosse, insges. 13 Achsen, Putzfassade mit Backstein- und Werksteingliederung, abgeschrägte Ecke mit Tordurchfahrt und Balkon (orig. Geländer) auf der Mittelachse; vorkragendes Flachdach. Treppenhausfenster original, übrige Fenster und Haustür verändert. Rückfront mit Loggien (z. T. geschlossen). Im Innern original erhalten: Terrazzoboden im Eingangsbereich, Terrazzotreppe mit Holzgeländer, z. T. Wandfliesen im Treppenhaus. Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Zollstock - ein Gebiet, das ursprünglich fast ausschließlich aus Feldern, Ziegeleien, Sand- und Kiesgruben bestand - wurde 1888 nach Köln eingemeindet. Das heutige Erscheinungsbild wird im wesentlichen durch Siedlungsbauten bestimmt, die hier wie in keinem anderen Vorort die Bautendenzen dieses Architekturzweiges erkennen lassen und somit auch die mit ihnen verknüpften sozialkundlichen Aspekte verdeutlichen. Während die ersten Siedlungen aus Eigen- und Einfamilienheimen bestanden, setzte sich ab 1925 die MehrfamilienhausSiedlung durch. Ein Beispiel dieser Art ist der zwischen 1926 und 1929 von der GAG für minderbemittelte kinderreiche Bevölkerungsschichten errichtete Wohnblock zwischen Höninger Weg, Weyerstraßerweg und Pohligstraße. Durch die Lage der Siedlung neben dem Fabrikgelände der Firma Pohlig - die Firma hatte ein Vorschlagsrecht bei der Wohnbelegung - wird eine Einheit von Wohn- und Arbeitsbereich geschaffen. Die dreieckige Grundrißform des Häuserkomplexes ist bedingt durch den Verlauf der Begrenzungsstraßen und stellt eine optimale Ausnutzung des vorhandenen Baugrundes dar. Mit seinen durch Torbogen und vorgelagerte Pavillons signifikant gestalteten Ecken ist die Gebäudegruppe von besonderer städtebaulicher Bedeutung. Die künstlerische und architekturgeschichtliche Besonderheit liegt in der Mischung verschiedener Baustile. Durch die Verbindung von Kölner Expressionismus und Heimatstil städtischer Prägung erhält die Siedlung ein unverwechselbares Gepräge. Da die vertretenen Baustile auch überregional vorkommen, erlangt o. g. Objekt als "Querschnitt" möglicher Architekturströmungen eine über Köln hinausgehende Bedeutung. Aus sozialhistorischer Sicht liegt die Bedeutung schließlich darin, daß in Zeiten der Wohnungsknappheit gerade für minderbemittelte Bevölkerungsschichten Wohnraum unter optimaler Ausnutzung des Baugrundes geschaffen wurde, wobei den Bedürfnissen der Mieter durch die günstige Lage - Nähe zum Arbeitsplatz und Stadtzentrum -; integrierte Ladenlokale, Spielplatz und Grünfläche als auch optimale Licht- und Luftzufuhr Rechnung getragen wurde.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0