TD, (Umspannwerk)
Großer Griechenmarkt 59 · Altstadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6544 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | TD, (Umspannwerk) |
| Adresse | Großer Griechenmarkt 59, 50676 Köln |
| Baujahr | 1953 |
| Architekt / Planung | u.a. Theodor Teichen |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.06.1992 |
| Stadtteil | Altstadt/Süd |
1953 erbaut; Architekt u. a. Theodor Teichen. T-förmiger Grundriß. Parallel zum Großen Griechenmarkt 59 gelegener Hallenbau mit allseitig auskragender Dachplatte: 13 Achsen, 11 davon mit flachen Stahlbetonschalen überdeckt und durch Betonstützen gegliedert, mit beinahe fassadenhohen, ebenfalls durch Längsstützen gegliederten Fenstern; Brüstungsfelder mit Klinkern; Außenachsen verputzt; Seitenfassade zur Färbergasse 14-20 verputzt, mit Betonsockel, Betoneinfassung der mittigen Tür; über der tür (in Bronze "Unterwerk Mitte", links "1953 errichtet für die 1943 zerstörten Werke Agrippa und Cäcilienkloster", rechts künstlerisch gestaltetes Emblem "GEW" mit Kölner Wappen; Seitenfassade zur Bachemstraße 15-19 gegengleich ausgeführt. Senkrecht und mittig zum Hallenbau: Büroflügel mit Trafo-Anbau; Putz- bzw. Sichtbetonfassaden, Flachdach.
Im Innern erhaltenswert: Treppenhaus mit Stufen aus Solnhofener Kalkschiefer, schmiedeeisernes Geländer mit Mipolamhandlauf (goldfarben); im ehem. zentralen Schaltwarteraum gläserne Trennwände mit goldeloxierten Fenster- und Türeinfassungen sowie integrierten Wandlampen, außerdem Oberlicht; Kunststeintreppe zum Untergeschoß, schmiedeeisernes Geländer mit Mipolamhandlauf (goldfarben). Nicht zum Denkmal gehören: die um 1964 und in den späten 70er Jahren errichteten Erweiterungsbauten.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen und für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, rücken als inzwischen abgeschlossene Architekturepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt gerade Köln über eine Anzahl markanter Bauten und Baukomplexe. Es handelt sich dabei nicht nur um repräsentative Großprojekte aus dem Bereich von Bank und Verwaltung. Auch Bauten der Technik präsentieren vielfach bemerkenswerte Ergebnisse, wie an dem o. g. Objekt ersichtlich wird. Es wurde inmitten des nach 1945 neu bebauten Griechenmarktviertels errichtet, dessen Südgrenze die in Resten erhaltene römische Stadtmauer bildet und das mit dem Wasserturm an der Kaygasse einen dominanten Blickpunkt besitzt. Die Wahl dieses Standorts verpflichtete die Architekten, zu denen auch Theodor Teichen, von dem die Entwürfe zum Spanischen Bau des Kölner Rathauses stammen, gehörte, auch der Gestaltung besondere Sorgfalt zu widmen. Sie entwickelten einen durch Grünanlagen bereicherten Bau auf T-förmigem Grundriß, dessen zum Großen Griechenmarkt weisender, mit einer Art Kappendecke versehener Hallenbau mit seiner weitgehend durchglasten und aufwendig gegliederten Fassade, dem Wechselspiel von Materialien und Farben - Glas, heller Sichtbeton, farbig gefaßter Putz, glasierte Blendklinker - ganz deutlich die zeittypische Vorliebe für das Dekorative erkennen läßt. Dies wird ergänzt durch die künstlerisch gestalteten Schriften und Embleme der Seitenfassaden, in denen auf die Energieträger Gas, Elektrizität und Wasser und ihre Verbindung zu Köln hingewiesen wird. Das Umspannwerk Mitte erweist sich als ein nicht nur in technischer und architektonischer, sondern auch in gestalterischer Hinsicht sorgfältig durchdachtes Objekt, in dem die Bau- und Stilkriterien der 50er Jahre in anschaulicher Weise verständlich gemacht werden. Es wird daher zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0