Wohn- u. Geschäftshaus

Engelbertstraße 11 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6616
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Engelbertstraße 11, 50674 Köln
Baujahrum 1902
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 11.09.1992
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut um 1902, 5 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit Gauben; Balkon mit originaler Brüstung (1. OG) sowie Erker auf rechteckigem Grundriß (2.- 4. OG) in der Mittelachse; Putzfassade mit Stuckgliederungen überwiegend im Jugendstil, EG verändert; Fenster und Türen verändert. Rückseite und seitlicher Anbau in gelbem Klinker, Fenster teilweise original. Im Innern original erhalten: im Vestibül farbiger Fliesenboden; im Flur Terrazzoboden, Terrazzotreppe mit schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf; in den Wohnungen vereinzelt Deckenstuck.

Das og. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringe, zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße das sog. "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel, meist mit vornehmen Mietshäusern von reicher Fassadengestaltung. Die Engelbertstraße, vor der Stadterweiterung Eisenbahntrasse, wurde z. T. erst zu Beginn dieses Jahrhunderts, um 1900-02, bebaut. Vor allem in ihrem südlichen Abschnitt, unmittelbar vor dem Zülpicher Platz, haben sich noch einige Zeugnisse der Erstbebauung erhalten. Das Haus Nr. 11 ist hier integraler Bestandteil eines mit seinen Nachbarhäusern Nr. 7 und 9 gebildeten Ensembles. Bei seiner architektonischen Gestaltung ist die Mittelachse besonders betont worden. Während der 3geschossige Erker dabei einen markanten vertikalen Akzent setzt, weist der Balkon im 1. Obergeschoß noch heute darauf hin, daß sich hier einst das Hauptgeschoß des Hauses, die sog. Beletage mit den Repräsentationsräumen, befand. Die Putzfassade wird durch den Fugenschnitt und, ab dem 2. Obergeschoß, reichen Stuckdekor im Stil des Historismus gegliedert. Das og. Objekt, das das für Köln typische Dreifensterhaus variiert, wird somit zum unverzichtbaren Dokument, das den ursprünglichen Charakter der Straße und des Viertels bewahrt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0