Wohnhaus

Bergisch Gladbacher Straße 151 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6630
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Bergisch Gladbacher Straße 151, 51065 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.10.1992
Stadtteil Mülheim

Um 1900 erbaut; 4 Geschosse, 3 Achsen, Backsteinfassade mit Stuckgliederungen im Stil der Renaissance. Haustür verändert, Fenster teilweise original. Im Innern original erhalten: im Flur ornamentierter Fliesenboden, Holzleisten an den Ecken des Stützpfeilers zwischen Flur und Treppenhaus, hölzerne Treppenanlage, Antrittspfosten und Geländer mit gedrechselten Stäben (im DG verändert), zahlreiche Wohnungseingangstüren, einige Aborttüren. Rückseite: backsteinsichtig, seitlicher Anbau, Fenster weitgehend original, originale Hoftür.

Nicht zum Denkmal gehört der Anbau am Ende des Grundstücks.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Mülheim, bis 1914 selbständige Stadt, hatte sich im 19. Jahrhundert von einer Gewerbestadt zu einem industriellen Vorort Kölns entwickelt. Als Folge dieser Industrialisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung und einen Bevölkerungszuwachs, der zur schnellen Bebauung des bis dahin freien Geländes entlang der Hauptstraßen und in der Nähe neuer Industrieanlagen führte. Die Bergisch Gladbacher Straße, als verkehrsreiche Ausfallstraße vom Clevischen Ring aus in Richtung Bergisch Gladbach verlaufend, war 1882 durch den Grafen Fürstenberg als Alleestraße ausgebaut worden. In dem Straßenabschnitt zwischen dem evangelischen Friedhof und dem Bahndamm wird sie noch heute durch zahlreiche Wohnhäuser der Mülheimer Stadterweiterung geprägt. Als integraler Bestandteil eines aus den Gebäuden Nr. 139-155 gebildeten Ensembles trägt obiges Haus wesentlich zur Veranschaulichung der baulichen Entwicklung dieser wichtigen Straße Mülheims bei. Architekturhistorisch repräsentiert es den zwischen Keupstraße und Bahndamm vorherrschenden Typ des Kölner Dreifensterhauses, welches hier in Form eines 4geschossigen Mietstockwerkbaues schlichte, aber abwechslungsreich variierte Stuckfassaden im Stil des Historismus aufweist. Innerhalb des ganzen historischen Ensembles beiderseits der Bergisch Gladbacher Straße tritt es als einziges dunkles Ziegelgebäude baukünstlerisch hervor. Kontrastreich setzt sich davon der helle Stuckdekor ab, der im Stil der Renaissance in der Beletage besonders reich ausfällt, während in den oberen Stockwerken die plastischen Schmuckelemente abnehmen. Im Gegensatz zu den Nachbarbauten, bei denen eine freiere Interpretation der historischen Stile sichtbar ist und häufig bereits Jugendstilelemente eingeflochten sind, stellt obiges Gebäude ein qualitätvolles Beispiel einer stilistisch weitestgehend einheitlichen, historisierenden Fassadengestaltung dar und ist auch in dieser Hinsicht innerhalb des Denkmalensembles an der Bergisch Gladbacher Straße unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0