Wohnhaus (ehem. Wohn- u. Geschäftshaus)

Moselstraße 2 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6692
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus (ehem. Wohn- u. Geschäftshaus)
Adresse Moselstraße 2, 50674 Köln
Baujahrum 1890 bis 1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 26.11.1992
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut um 1890-95, 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß (verändert), 3 Achsen, Putz- und Backsteinfassade mit Stuckgliederungen im Stil der Neurenaissance, EG teilweise verändert (ehemals mit Tordurchfahrt in der rechten Achse), Fenster und Tür verändert. Rückseite backsteinsichtig (teilweise verändert), Fenster und Tür verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül weitgehend farbiger Fliesenboden, teilweise Holzfußleisten, Deckenstuck; im Flur farbiger Fliesenboden, Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten (Treppe und Geländer zum Teil verändert), teilweise Holzfußleisten. Bestandteil des Denkmals ist auch die rückwärtige Einfriedungsmauer aus Backstein (zum rechten Nachbarhaus hin etwas verändert).

Das og. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand in der südlichen Neustadt zwischen Eifel- und Zülpicher Straße ein kleinbürgerliches Wohnviertel mit in der Regel weniger aufwendig gestalteten Mietshäusern. Die Moselstraße, vor der Stadterweiterung Teil des alten Bischofsweges, ist ein mit einer Baumreihe bestandener Straßenzug, dessen eine Seite vom Eisenbahndamm begrenzt wird. Von der im wesentlichen um 1890-95 errichteten Erstbebauung haben sich nur einige wenige Beispiele erhalten, so das Haus Nr. 2. Es ist dabei integraler Bestandteil eines zusammen mit seinem etwa zeitgleich entstandenen Nachbarhaus Nr. 4 gebildeten Ensembles. Während bei diesem die gesamte Front überwiegend in Backstein gehalten ist, wurde dieses Material beim o. g. Objekt nur im Erdgeschoß verwendet. Die Obergeschosse weisen dagegen eine Putzfassade mit einer durchgehenden Quaderung sowie Stuckgliederungen auf, wobei hier vor allem die Fenster betont werden. Ähnlich wie beim Haus Nr. 4, umschließen einige der in der Form variierten Fensterverdachungen Kopfplastiken aus Stuck. Auch im Hinblick auf das bestehende Ensemble wird das o. g. Objekt somit zum unverzichtbaren Dokument, das den ursprünglichen Charakter der Straße und des Viertels bewahrt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0