Wohnhaus

Decksteiner Straße 30 · Lindenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6706
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Decksteiner Straße 30, 50935 Köln
Baujahr1952
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.12.1992
Stadtteil Lindenthal

Erbaut 1952 von Architekt C. Leverentz als Teil einer Wohngruppe (Decksteiner Str. 26-36; Carl-Schurz-Str. 7-11); rechte Hälfte des traufständig zur Straße ausgerichteten Doppelhauses Decksteiner Str. 28-30; 2 Geschosse, Putzfassade, Satteldach (mit sichtbaren Balkenköpfen); Fenster (z. T. mit Fenstergittern) verändert; Westseite (zur Straße): spiegelsymmetrisch aufgebaut mit Haus Nr. 28, Südseite: Hauseingang mit Bruchsteinrahmung und Überdachung, orig. Haustür (Holz/Glas), Eingangstreppe (Bruchstein); Ostseite: spiegelsymmetrisch aufgebaut mit Haus Nr. 28; linke Achse aus der Flucht zurückspringend mit Balkon im OG (Holzgeländer), Terrasse (Bruchsteinplatten).

Zur originalen Innenausstattung gehören: Solnhofener Platten in Eingangsbereich und Diele, Holztreppe mit Holzgeländer, Parkettboden in Wohn- und Essbereich, Zimmertüren (z. T. mit Glaseinsätzen). Bestandteil des Denkmals ist auch die Garage (als Doppelgarage mit Haus Nr. 28 mit Satteldach angelegt), die umgebende Gartenanlage (z. T. mit Bruchsteinplatten) und die Einfriedung (Mäuerchen mit Bruchsteinplatten und Jägerzaun).

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl von Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet und in Beziehung zu einem städtebaulichen Gesamtkonzept entworfen.

Obengenanntes Objekt ist integraler Bestandteil einer Gruppe von Wohnbauten (Decksteiner Str. 26-36/Carl-Schurz-Str. 7-11), die im Auftrag des Bundeswohnungsministeriums in den Jahren 1951/52 für Mitglieder ausländischer Missionen auf dem Gebiet des ehemaligen Dorfes Hohenlind errichtet wurde. Es handelt sich um sieben, in der Grundform einheitlich - 2 Geschosse, Putzfassaden und Satteldach -, in den Details jedoch differenziert gestaltete Wohnhäuser. Entsprechend den unterschiedlichen Diensträngen der Diplomaten wurden die Bauten als Mehrfamilien-, Doppel- und Einfamilienhäuser konzipiert. Zwei Architekten zeichneten für die Gruppe verantwortlich: Die Mehrfamilienhäuser (Carl-Schurz-Str. 7-11) wurden von dem Architekten Walter Schwagenscheidt entworfen; Entwurf und Ausführungsplanung der Häuser Decksteiner Str. 26-36 lagen in den Händen des Architekten C. Leverentz.

Nach funktionalen Gesichtspunkten aufgebaut, werden die glatten Putzfassaden lediglich durch Fenster und Türöffnungen strukturiert. Bei den insgesamt klarer gegliederten Mehrfamilienhaustypen wird die Eingangs- und Treppenhausachse durch großflächige Verglasung hervorgehoben. Die Wohngebäude der in der Rangfolge höherstehenden Diplomaten vermitteln - wohl den Vorstellungen der Bewohner entsprechend - durch traditionelle Formelemente - wie Schlagläden, Fenstererker, Ziergitter oder die Gestaltung mit Natursteinplatten einen Eindruck vom Heimatstil früherer Jahrzehnte.

Insgesamt ist die ganze Bautengruppe durch die unterschiedliche Ausrichtung zur Straße und die versetzte Anordnung der Häuser abwechslungsreich und aufgelockert gestaltet worden. Auch die umgebenden großflächigen Grünanlagen - bei den Mehrfamilienhäusern wurde auf trennende Einfriedungen ganz verzichtet und unter Aufnahme der vorhandenen Niveauunterschiede eine naturnahe Grüngestaltung im Sinne der Gartenarchitektur der 50er Jahre angestrebt - bilden einen wichtigen Aspekt der Gesamtkonzeption.

Die Bautengruppe Decksteiner Str. 26-36/Carl-Schurz-Str. 7-11 stellt als "Wohnsiedlung" für Mitglieder ausländischer Missionen ein wichtiges Dokument deutscher Nachkriegsgeschichte dar, sie gehört aber auch zu den ersten Nachkriegsbeispielen für moderne Gartenstadtgestaltung, in ihrer Architektur das Bemühen um eine klare Formensprache verbunden mit traditionellen Stilformen widerspiegelnd. Schließlich ist die Gruppe im Eckbereich zweier Straßenzüge - vergleichbar beispielsweise mit den zeitgleich entstandenen Häusern Decksteiner Str. 52-58 - prägend für den im wesentlichen mit freistehenden, von großzügigen Gärten umgebenen Wohnhäusern bebauten Teilbereich von Lindenthal, das sog. Deckstein.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0