Hofanlage
Alte Neusser Landstraße 266 · Worringen
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6733 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Hofanlage |
| Adresse | Alte Neusser Landstraße 266, 50769 Köln |
| Baujahr | 1851 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.02.1993 |
| Stadtteil | Worringen |
Dreikanthof.
Westflügel:
Wohnhaus: aus ehemals 2 Gebäuden (von 1851 und ca. 1875) bestehender traufständiger Putzbau mit gemeinsamem Satteldach und Hauseingang (Balken des Dachstuhls teilweise noch original). Südlicher Hausteil: 1851 erbaut; 2 Geschosse (urspr. niedriger), 3 Achsen, in der nördlichen Achse Hauseingang mit Basaltstufen, im EG hochrechteckige Fenster und im OG nahezu quadratische Fenster. Nördlicher Hausteil: um 1875 erbaut; 2 Geschosse, 5 Achsen, große hochrechteckige Fenster. Sohlbänke aller Fenster in Basalt. Alle Fenster sowie Haustür verändert. Rückseite: süd- und nördlicher Hausteil verputzt, Fensteröffnungen mit Segmentbogen, gemauerte Sohlbänke. Hoftür und Fenster verändert. Im Innern original erhalten: in beiden Hausteilen in zahlreichen Zimmern sog. "Kölner Decken" (z. T. unter abgehängten Decken). Teilweise historische Dielenböden. Unter dem 5achsigen jüngeren Gebäude originaler 2schiffiger, tonnengewölbter Keller in geschlämmtem Backstein, unter dem älteren 3achsigen Gebäude ein quer zum vorgenannten Keller ausgerichteter Gewölbekeller in Backstein und Haustein (vermutlich Keller eines giebelständigen Vorgängerbaus), hier 2 Mauernischen.
Nordflügel:
Stallgebäude: vermutlich früher als 1875, rechtwinklig an das Wohnhaus angegliedert, 2 Geschosse (später aufgestockt, im OG Wohnraum), Putzfassade, Wandöffnungen mit Stichbogen, von diesem Gebäude aus Zugang zum Keller.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Worringen zählt aufgrund seiner bedeutenden Historie und seiner fast kleinstädtischen Struktur - ehemals mit einem System aus "Stadttoren", Wällen und Gräben umwehrt sowie beherrscht von dominanten Burganlagen - zu den interessantesten Kölner Dörfern. Die ursprüngliche Struktur des Ortes ist weitgehend noch erhalten und durch zahlreiche, teilweise bis ins Mittelalter zurückgehende Bauten ablesbar. Zur Geschichtlichkeit des Ortes und seiner städtebaulichen Entwicklung gehört auch der Dreikanthof Alte Neusser Landstr. 266, der auf den Grundstücken zweier benachbarter Höfe nach dem Brand von 1859 entstand. Dabei ging das Gebäude des nördlichen Hofes in den Besitz des südlichen Gehöftes über, dessen Wohnhaus von 1851 heute noch Bestandteil des insgesamt 8achsigen Wohnhauses ist. Um 1875 wurde ein Neubau - der heutige 5achsige nördliche Gebäudeteil - in Vereinigung mit dem Wohnhaus von 1851 errichtet, wobei letzteres erhöht und eine einheitliche Traufe geschaffen wurde. Trotz der Veränderungen an der Fassade ist die originale Bausubstanz weitgehend erhalten geblieben (konstruktive Teile: Mauerwerk, teilweise Dachgebälk, Keller). Ein bauhistorisch unverzichtbares Architekturelement bilden dabei die sog. "Kölner Decken" - eine kölnische Ausprägung der Decken mit sichtbaren verputzten oder stuckverzierten Balken. Die Eigenart der Kölner Decken liegt darin, daß die Balken an den tragenden Wänden durch Halbkreis- oder Korbbögen miteinander verbunden wurden. In einfacher unverzierter Form haben sich im Wohnhaus des Hofes diese Decken erhalten. Besondere Bedeutung kommen ihnen auch deshalb zu, da sie zu den spätesten Zeugnissen dieser spezifisch kölnischen Gestaltungsart von Zimmerdecken gehören und nicht nur, wie bei Häusern des späten 19. Jahrhunderts, vorgeblendet sind, sondern noch als konstruktives Bauteil des Hauses fungieren. Städtebaulich wichtig ist der Hof als Dokument der historischen Ortskernsituation und als Bestandteil eines lückenlosen historischen Denkmalensembles mit der Pfarrkirche und den Nebengebäuden Nr. 268-70 sowie den Häusern Nr. 272-280.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0