Pfarrhaus
Am Schulberg 6 · Junkersdorf
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6805 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Pfarrhaus |
| Adresse | Am Schulberg 6, 50858 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | kirchliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 30.04.1993 |
| Stadtteil | Junkersdorf |
Erbaut um 1900; traufständiger, einseitig freistehender Bau, 2 Geschosse und später ausgebautes Dachgeschoß, zweifarbige Backsteinfassaden mit Gliederungen durch flache Wandvorlagen und Gesimse, Satteldach mit neueren Dachausbauten. Straßenfassade: 3 Achsen, axialsymmetrischer Aufbau mit leichter Hervorhebung der Mittelachse, Brüstungsfelder im OG verfliest. Giebelseite: 3 Achsen, axialsymmetrischer Aufbau mit Betonung der mittleren Eingangsachse, Hauseingang mit Spitzbogenabschluß und Basaltstufen. Rückfront: neuerer Anbau im EG, OG später verputzt. Im Innern original erhalten: Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten, größtenteils Zimmertüren und Gewände. Die seitlich (rechts) anschließenden Gebäude aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts (Schule und Küsterhaus) sind leider Anfang der 80er Jahre abgebrochen und durch Neubauten ersetzt worden.
Die Struktur des vom Mittelalter bis ins frühe 19. Jahrhundert nahezu unveränderten Dorfes Junkersdorf, das erst seit 1975 zum stadtkölnischen Gebiet gehört, ist auch heute noch ablesbar. Den Mittelpunkt bildet die auf einer Anhöhe gelegene alte Dorfkirche inmitten des Dorffriedhofes, ein ehemals zum Statthalterhof gehörendes Gelände. In diesem Bereich finden sich noch - wenn auch meist verändert - Teile der kleinteiligen Bebauung des 19. Jahrhunderts. An der Straße "Am Schulberg", in unmittelbarer Nachbarschaft zum heute profanierten Gotteshaus, befindet sich das alte Pfarrhaus der Kirchengemeinde St. Pankratius. Der Bezug zur Mitte des 18. Jahrhunderts erbauten Kirche kommt sowohl in der Wahl des Baumaterials - Backstein - als auch in den Stilformen - charakteristisch sind vor allem die gotisierenden Spitzbögen - zum Ausdruck. Durch Materialwechsel sowie plastische und farbige Elemente werden die Backsteinflächen gegliedert und die Bedeutung des Gebäudes außen ablesbar gemacht. Seitlich schlossen ursprünglich zwei weitere Backsteinbauten, erbaut in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, an: Das ehem. Küster- und das Lehrerhaus wurden leider Anfang der 1980er Jahre durch Neubauten ersetzt. Der Erhalt des in Teilen veränderten Pfarrhauses ist deshalb umso wichtiger, da es zusammen mit der gegenüberliegenden Mauer des Statthalterhofes die alte dörfliche Bebauung in diesem Bereich repräsentiert, wobei ihm als Pfarrhaus natürlich eine besondere ortshistorische Bedeutung zukommt. Ebenso wie die Kirche in einer lange tradierten Maßstäblichkeit und Materialtradition errichtet, gibt es Zeugnis ab für die Historie dörflicher Strukturen und es wird somit, auch unter diesem Aspekt, zum unverzichtbaren Objekt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0