Wohnhaus
Müllergasse 48 · Poll
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6815 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Müllergasse 48, 51105 Köln |
| Baujahr | Mitte 19. Jahrhundert |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 30.04.1993 |
| Stadtteil | Poll |
Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut; ehemaliges Schulhaus, traufständiges Backsteingebäude, 2 Geschosse, 5 Achsen, ausgebautes Satteldach mit älteren Gauben, Vorderfassade mit Gliederungen (Konsolgesims an der Traufe), Hauseingang in der Mittelachse, profilierte Fensterbänke im EG; Haustür und Fenster im EG verändert, im OG ältere Sprossenfenster. Im Innern original erhalten: Stützbogen zwischen Flur und Treppenhaus, Holztreppe, Geländer ab dem 1. OG mit historischen gedrechselten Stäben. Nördliche Giebelfassade: backsteinsichtig, Fenster verändert. Rückseite: backsteinsichtig, kleine halbrunde, originale Fensteröffnung mit historischem Sprossenfenster, 1 originales Treppenhausfenster, Hoftür verändert. Nicht zum Denkmal gehören zwei kleine 1geschossige Anbauten an der Rückseite.
Der am rechten Rheinufer gelegene Kölner Vorort Poll läßt mit seinen schmalen Straßen und den zahlreichen kleinen Häusern an vielen Stellen noch den Ursprung als Fischerdorf erkennen. Die charakteristischen Bauten im Kernbereich sind niedrige, meist 1-2geschossige Backstein- und vereinzelt auch Fachwerkhäuser des 19. Jahrhunderts auf meist kleinteiligen Grundstücken. Am Rand des Dorfkerns zur Poller Hauptstraße hin folgt dann eine wesentlich von der Gründerzeit und dem 20. Jahrhundert geprägte Bebauung. Das obige Haus Müllergasse 48 in der ebenfalls noch von kleinmaßstäblichen Bauten geprägten Müllergasse ist integraler Bestandteil dieser teilweise noch dörflichen Struktur Polls und daher ortsgeschichtlich unbedingt erhaltenswert. Darüber hinaus war es ursprünglich als Schulgebäude errichtet worden und nimmt folglich ortsgeschichtlich und innerhalb der historischen Dorfarchitektur eine besondere Stellung ein. Es handelt sich um den charakteristischen Typ einer Dorfschule aus der Mitte des 19. Jahrhunderts - einem einfachen, der Wohnhausarchitektur entlehnten Backsteinbau, der jedoch im Gegensatz zu den Wohnhäusern durch eine klassizistisch gegliederte und mit Backsteindekor versehene Fassade eine reichere Ausgestaltung und damit eine, seiner Funktion entsprechende baukünstlerische Hervorhebung erfuhr. Die traufständige Lage zur Straße ist ein weiteres Merkmal, mit dem sich das ehemalige Schulgebäude von den meist schräg zur Straße hin ausgerichteten, giebelständigen Wohnhäusern Polls unterscheidet. Beispiele dieses frühen Schultyps innerhalb des Kölner Schulbaus sind nur noch vereinzelt erhalten, so daß dem Gebäude über seine bauhistorische Bedeutung hinaus auch noch ein Seltenheitswert zukommt. Städtebaulich unverzichtbar ist das Gebäude als integraler Bestandteil der historischen Bebauung der Müllergasse, die dazu beiträgt, das einstige dörfliche Erscheinungsbild Polls, gerade auch gegenüber den Neubauten, zu bewahren.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0