Wohn- u. Geschäftshaus
Wahlenstraße 12 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6821 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Wahlenstraße 12, 50823 Köln |
| Baujahr | um 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 30.04.1993 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Um 1895 erbaut, 3 Geschosse, 3 Achsen; reich in Anklängen an die Renaissance gegliederte Stuckfassade (Bossenquaderung im EG); Fenster und Haustür verändert. Rückfront mit 2geschossigem Seitenhaus: backsteinsichtig; Fenster verändert. Im Innern original erhalten: schwarz-weißer Marmorboden im ehemaligen Vestibül und Flur (EG); Stuckreste und stukkierter Stützbogen im ehemaligen Vestibül; Holztreppe mit gedrechselten Stäben (einige Stäbe fehlen) und Antrittspfosten.
Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Bereits zu Beginn der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts erhielt Ehrenfeld seinen Ortsmittelpunkt mit der neugotischen Kirche St. Josef, die auch heute noch das Bild der Venloer Straße prägt. Der Stifter des Kirchengrundstücks, Johann Wahlen selbst, legte 1872 mit der gleichzeitigen Parzellierung seines weiteren anliegenden Grundbesitzes inmitten des damals bebauten Vorortkerns die Wahlenstraße an und nahm den Ausbau der damals noch wenig bebauten Klarastraße vor. Der geringe Abstand der Wahlenstraße zur Klarastraße bedingte hier von Anfang an einen sehr hohen Überbauungsgrad der Grundstücksflächen. Die geringe Grundstücksgröße war sicherlich eine der Hauptursachen dafür, daß inmitten des sonst seiner Bau- und Sozialstruktur nach verschiedenartigen Vorstadtkernes viele der Neubauten an Wahlen- und Klarastraße Mietstockwerkhäuser für Handwerker und Arbeiter wurden. Innerhalb der Wahlenstraße gehört das o. g. Objekt zu den wenigen vollständig erhaltenen Bauten, die das historische Straßenbild veranschaulichen
- mit seiner aufwendig gestalteten Fassade einen wichtigen städtebaulichen Blickpunkt gegenüber der Josefkirche bildend. Es repräsentiert die reiche gründerzeitliche Stilphase in diesem Stadtteil, wobei hier vor allem Renaissanceformen Verwendung finden. Als Hinweis auf die sozialgeschichtliche und architektonische Entwicklung Ehrenfelds sowie als Beleg für die Gestaltungsvielfalt der stadtteilspezifischen Architektur des ausgehenden 19. Jahrhunderts wird das o. g. Wohn- und Geschäftshaus zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0