Wohnhaus

Gotenring 24a · Deutz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6829
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Gotenring 24a, 50679 Köln
Baujahr1959 bis 1960
Architekt / PlanungTheodor Kehl
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.06.1993
Stadtteil Deutz

1959/60 erbaut, Architekt Theodor Kehl; Teil einer Wohnanlage, Eckgebeäude zur Lorenzstraße; 4 Geschosse, Walmdach, Putzfassade, eingeschnittene Hauseingangsachse sowie Sockel und südliche Giebelwand in gelbem Klinkermauerwerk, Südfassade durch vier schlanke, haushohe Betonstützen und dazwischen liegende Fenster gegliedert, betonter Schornstein. Haustüre original, Fenster erneuert, teilweise Fenstervergitterungen.

Im Innern original erhalten: Treppenhaus in hellem Kunststein (Setzstufen in dunklem Kunststein), Geländer mit Mipolam-Handlauf und Metallstäben, Wohnungsabschlußtüren.

Rückseite: Putzfassade, Loggien, in der nord- und südlichen Fensterachse Balkone und Loggien, Fenster und Fenstertüren erneuert.

Teil des Denkmals sind auch die rückwärtig anschließenden Garagen in gelbem Klinkermauerwerk mit vorkragendem Pultdach.

Das og. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Bewußtsein der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl Bauten von besonderer architektonischer und städtebaulicher Qualität, die heute bereits Denkmalwert besitzen. Zu diesen gehört auch die Deutzer Wohnanlage im Bereich der Lorenz- und Helenenwallstraße, die zwischen 1958 und 1962 nach den Plänen des Architekten Theodor Kehl auf Trümmergrundstücken neu errichtet wurde und deren integraler Bestandteil obiges Gebäude ist.

Die meist paarweise angeordneten Häuser sind insbesondere von städtebaulicher Bedeutung: sie bewahren die historische platzartige Erweiterung der Lorenzstraße an der Einmündung zum Gotenring und bestimmen als Ensemble gleichartiger Gebäude architektonisch den dortigen Straßenraum. Auffallend ist dabei die teilweise Auflockerung der einst von dichter Blockbebauung geprägten Straßensituation. Die Gebäudestaffelung, aber auch die Rückversetzung des Baukörpers in den hinteren Grundstücksbereich sowie die teilweise schräge Ausrichtung zur Straße gehören zu den charakteristischen städtebaulichen Planungskonzepten der 50er Jahre. Baukünstlerisch erfolgte die Anordnung nach dem Prinzip, die Giebelfassaden der ausschließlich traufständigen Häuser ebenfalls als Schaufronten zu gestalten. Mit ihren gelben Klinkerfassaden, die durch kleine Fenster und teilweise durch Balkone sowie Stahlbetonstützen gegliedert sind, heben sich die Giebelfassaden von den verputzten Traufseiten ab.

Eine besonders interessante Ecklösung ergab sich in diesem Zusammenhang an der Arnold- bzw. Helenenwallstraße, wo die Giebelfassaden im rechten Winkel aufeinanderstoßen und ein schmaler hoher Gebäudetrakt optisch die beiden Häuser Arnoldstr. 37 und Helenenwallstr. 15 a miteinander verbindet. Die vorgelagerte Grünfläche in dem dadurch entstandenen Winkel, die Vorgärten der Häuser Helenenwallstr. 13 und 15 wie auch die große, vor dem Krieg noch bebaute Freifläche vor dem Haus Lorenzstr. 25 verdeutlichen das städtebauliche Prinzip der 50er Jahre, den Straßenraum optisch zu erweitern und mit Grün zu durchsetzen.

Eine baukünstlerische Akzentuierung erhält die Wohnanlage durch den Wechsel von Klinker- und Putzfassaden. Außerdem sorgen vor- und rückspringende Gebäudeteile, wie Loggien und vorkragenden Balkone, an deren Brüstung teilweise noch ein originales und für die 50er Jahre typisches variables, asymmetrisches Punktdesign mit einem linearen Flächenornament erhalten ist, für eine abwechslungsreiche Rhythmisierung des gesamten Baukomplexes. Zur Auflockerung der hohen 4geschossigen Bebauung tragen auch die zum Ensemble gehörenden 1geschossigen Garagen und der Kiosk bei, die mit ihrem gelben Klinkermauerwerk zugleich als farbig akzentuierte Verbindung der Wohnhäuser fungieren. In städtebaulicher und baukünstlerischer Hinsicht, aber auch als ortsgeschichtlich wichtiges Denkmal des späteren modernen Wiederaufbaus von Deutz ist die gesamte Wohnanlage daher unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0