Wohn- u. Geschäftshaus

Turmstraße 14 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6875
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Turmstraße 14, 50733 Köln
Baujahrum 1902
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 28.06.1993
Stadtteil Nippes

Um 1902 erbaut; Eckhaus zur Einheitstraße. 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß mit Giebelhäusern jeweils in den Außenachsen; 2 : 6 Achsen; abgeschrägte Ecke. Klinkerfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an Gotik, Renaissance und Barock. Erdgeschoß verändert, Fenster verändert; Haustür original (Veränderungen am Oberlicht). Rückseite: backsteinsichtig, Fenster original; Hof überbaut. Im Innern original erhalten: in Vestibül und Flur hölzerne Profilleiste im unteren Wanddrittel, darunter überputzte Holztäfelung, Reste von Deckenstuck im Vestibül (Profil mit Eierstab); Holztreppe, Holzgeländer mit gedrechselten Stäben und Antrittspfosten; die meisten Wohnungseingangstüren (Oberlichter geschlossen); einige Zimmertüren. Zur Turmstraße Vorgarten (verändert: plattiert) mit originaler schmiedeeiserner Einfriedung.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das 1888 zu Köln hin eingemeindete ehemalige Bauerndorf Nippes zu einem wichtigen Industriestandort. Die Turmstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, wurde ab 1889 unter dem Namen "Thurmstraße" angelegt, den man 1909 in die heutige Form abänderte. Sie ist benannt nach dem Turm der größten Kirche von Nippes, der Marienkirche auf dem Baudriplatz. Das Gebäude gehört in diesem Straßenabschnitt zu den früheren Dokumenten der Erstbebauung. Gemeinsam mit dem gegenüberliegenden Eckhaus Turmstr. 12 gibt es eine Vorstellung von der ursprünglichen Ecksituation und trägt somit wesentlich zur Veranschaulichung des historischen Straßenbildes bei. Die mit Blendklinkern versehenen Fassaden zeigen sparsame Stuckdekorationen in Anklängen an Spätgotik, Renaissance und Barock. Dies weist trotz des Detailreichtums auf eine Erstbewohnerschaft von niedrigerem sozialen Niveau hin, was sich auch durch einen Blick in die Kölner Adreßbücher belegen läßt. In Köln weniger gebräuchlich ist das steile, an französischen Dachausbauten orientierte Dachgeschoß. Durch diese Dachform erhielt man ein drittes, voll ausgebautes Geschoß und einen darüber befindlichen Speicher. Der Bauherr konnte also trotz der begrenzenden Geschoßzahl höher bauen und auf diese Weise nicht nur seine Mieteinnahmen vergrößern, sondern auch zur Befriedigung des großen Bedarfs an Wohnraum beitragen. Als Beispiel für die im frühen 20. Jahrhundert, also zur Zeit des größten wirtschaftlichen Wachstums, errichtete Nippeser Mietbebauung und ihre stadtteilspezifische Ausprägung wird das o. g. Gebäude daher zu einem unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0